Gesundheitscheck für Männer: Diese Untersuchungen sollten Sie vor dem Kinderwunsch machen
Ein Gesundheitscheck für Männer vor der Familienplanung ist genauso wichtig wie die Vorsorge der Frau — wird aber von vielen Männern übersehen oder hinausgezögert. Dabei sind die Ursachen für einen unerfüllten Kinderwunsch zu etwa 40 % beim Mann zu finden, weitere 20 % liegen bei beiden Partnern. Ein rechtzeitiger Gesundheitscheck für Männer beim Urologen oder Andrologen kann wertvolle Zeit sparen, denn mit zunehmendem Alter sinken die Erfolgschancen einer Kinderwunschbehandlung. In diesem Artikel erfahren Sie, welche Untersuchungen vor der geplanten Schwangerschaft sinnvoll sind, was beim Spermiogramm passiert und wie Sie Ihre Fruchtbarkeit aktiv verbessern können.
Warum ist ein Gesundheitscheck für Männer vor dem Kinderwunsch so wichtig?
Wenn ein Paar beschließt, eine Familie zu gründen, beginnt der Weg meist bei der Frau: Die angehende Mutter lässt sich beim Frauenarzt untersuchen, setzt die Pille ab, beginnt mit Folsäure und prüft ihren allgemeinen Gesundheitszustand. Und der Mann? Viele Männer denken nicht an eine vorsorgliche Untersuchung — erst wenn nach Monaten oder sogar Jahren keine Schwangerschaft eintritt, werden sie zu einem Gesundheitscheck gedrängt.
Dieses Muster ist weit verbreitet und kostet wertvolle Zeit. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) weist darauf hin, dass eine ausbleibende Schwangerschaft ebenso häufig am Mann liegt wie an der Frau. Dennoch verstreichen oft Monate, bis der Mann bereit ist, ein Spermiogramm durchführen zu lassen — obwohl die Partnerin bereits zahlreiche Untersuchungen hinter sich hat. Die Abklärung beim Mann ist in der Regel deutlich einfacher und weniger invasiv als bei der Frau. Medizinisch gesehen ist es sogar sinnvoll, den Mann zuerst untersuchen zu lassen.
Ein Gesundheitscheck für Männer vor der Schwangerschaft ist weder ein Angriff auf die Männlichkeit noch ein Zeichen von Zweifeln an der Zeugungsfähigkeit. Im Gegenteil: Er zeugt von Verantwortungsbewusstsein und Respekt gegenüber der Partnerin — und kann Monate unnötiger Wartezeit ersparen.
Welche Untersuchungen gehören zum Gesundheitscheck für Männer?
Der Gang zum Urologen oder Andrologen — dem Spezialisten für männliche Gesundheit — umfasst mehrere aufeinander aufbauende Untersuchungsschritte:
1. Das ausführliche Anamnesegespräch
Am Beginn jedes Gesundheitschecks für Männer steht ein Gespräch über Ihre medizinische Vorgeschichte. Der Arzt fragt nach früheren Erkrankungen, die die Fruchtbarkeit beeinflussen können: Gab es einen Hodenhochstand in der Kindheit? Hatten Sie Mumps nach der Pubertät, was zu einer Hodenentzündung geführt haben könnte? Gab es Operationen im Beckenbereich, einen Leistenbruch oder Infektionen der Geschlechtsorgane? Auch Allgemeinerkrankungen wie Diabetes oder Bluthochdruck werden abgefragt, da sie die Fruchtbarkeit beeinträchtigen können. Ebenso kommen Lebensgewohnheiten zur Sprache — Ernährung, Alkoholkonsum, Rauchverhalten, Stresslevel und berufliche Belastungen.
2. Die körperliche Untersuchung
Bei der körperlichen Untersuchung werden Penis und Hoden manuell abgetastet und per Ultraschall untersucht. Der Arzt prüft Größe, Lage und Konsistenz der Hoden, schließt einen Hodenhochstand aus und sucht nach Krampfadern (Varikozelen), die die Spermienproduktion negativ beeinflussen können. Auch die Nebenhoden und die Prostata werden untersucht, da Entzündungen oder Verschlüsse der Samenwege die Zeugungsfähigkeit einschränken können.
Zusätzlich betrachtet der Arzt Körperproportionen, Muskelentwicklung und Behaarungsmuster — diese können Hinweise auf einen möglichen Testosteronmangel liefern.
3. Das Spermiogramm
Das Spermiogramm ist die zentrale Untersuchung zur Beurteilung der männlichen Fruchtbarkeit. Dafür muss der Mann eine frische Spermaprobe abgeben — in der Regel durch Selbstbefriedigung in einem abgeschiedenen Raum der Praxis. Vor dem Test wird eine Karenzzeit von 2 bis 3 Tagen ohne Samenerguss empfohlen.
Im Labor werden nach den Richtwerten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) folgende Parameter ausgewertet: die Gesamtanzahl der Spermien (Richtwert: mindestens 15 Millionen pro Milliliter), ihre Beweglichkeit (Motilität), ihre Form (Morphologie), das Volumen der Samenflüssigkeit, der pH-Wert sowie vorhandene Bakterien oder Antikörper. All diese Werte werden im Spermiogramm dokumentiert.
Wichtig: Ein Spermiogramm ist immer eine Momentaufnahme. Die Spermienqualität schwankt natürlicherweise. Werden bei der ersten Untersuchung abweichende Werte festgestellt, wird der Test in der Regel 8 bis 12 Wochen später wiederholt. Ein einmaliges schlechtes Ergebnis ist also kein Grund zur Panik.
Die Kosten für ein Spermiogramm bei unerfülltem Kinderwunsch werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Ohne medizinische Indikation liegt der Preis bei etwa 60 bis 90 Euro.
4. Die Hormonuntersuchung
Zeigen sich im Spermiogramm Auffälligkeiten — insbesondere eine sehr niedrige Spermienzahl — wird eine Blutuntersuchung durchgeführt. Dabei werden die Hormone FSH (Follikelstimulierendes Hormon), LH (Luteinisierendes Hormon) und Testosteron gemessen. Erhöhte FSH-Werte können auf eine Schädigung des Hodengewebes hindeuten. Ein niedriger Testosteronspiegel kann die Spermienproduktion direkt beeinträchtigen.
5. Weiterführende Untersuchungen
Je nach Befund können zusätzliche Tests erforderlich sein: eine genetische Untersuchung (zum Beispiel bei fehlenden Samenleitern auf das Mukoviszidose-Gen), ein erweitertes Spermiogramm mit DNA-Fragmentierungstest oder eine Hodenbiopsie, wenn im Ejakulat keine oder kaum Spermien gefunden werden. Diese Untersuchungen sind selten notwendig, können aber wichtige Hinweise für die weitere Behandlung liefern.

Wie können Männer ihre Fruchtbarkeit aktiv verbessern?
Unabhängig vom Ergebnis des Gesundheitschecks gibt es zahlreiche Maßnahmen, mit denen Männer ihre Spermienqualität positiv beeinflussen können:
Eine ausgewogene Ernährung ist die Basis. Nährstoffe wie Zink, Selen, Folsäure, Vitamin C, Vitamin E und Omega-3-Fettsäuren können die Spermienqualität und -beweglichkeit nachweislich verbessern. Gute Quellen sind Fisch, Nüsse, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte und Gemüse.
Regelmäßige Bewegung unterstützt die allgemeine Gesundheit und die Durchblutung der Fortpflanzungsorgane. Übergewicht senkt den Testosteronspiegel und beeinträchtigt die Spermienproduktion — bereits eine Gewichtsreduktion von 10 % kann die Fruchtbarkeit messbar steigern.
Verzicht auf Nikotin ist entscheidend: Rauchen reduziert sowohl die Spermienzahl als auch deren Beweglichkeit und Morphologie erheblich. Alkohol sollte auf ein Minimum reduziert werden, da übermäßiger Konsum den Hormonhaushalt stört. Auch Drogen — insbesondere Cannabis und Anabolika — haben einen stark negativen Einfluss auf die männliche Fruchtbarkeit.
Hitze vermeiden: Spermien werden am besten bei einer Temperatur von 2 bis 3 °C unter der Körpertemperatur produziert. Enge Unterwäsche, häufige Saunagänge, Sitzheizungen im Auto und Laptops auf dem Schoß können die Hodentemperatur erhöhen und die Spermienqualität beeinträchtigen.
Stress reduzieren: Chronischer Stress kann den Hormonhaushalt stören und die Spermienproduktion negativ beeinflussen. Entspannungstechniken wie Sport, Yoga oder Meditation können helfen. Beachten Sie: Verbesserungen zeigen sich erst nach etwa drei Monaten, da dies der Produktionszyklus neuer Spermien ist.
Was tun, wenn der Gesundheitscheck für Männer eingeschränkte Fruchtbarkeit zeigt?
Wird eine eingeschränkte Fruchtbarkeit festgestellt, ist das kein Grund zur Verzweiflung. Je nach Ursache gibt es verschiedene Behandlungsoptionen:
Hormonelle Störungen oder Infektionen können oft medikamentös behandelt werden. Verschlossene Samenwege lassen sich unter Umständen operativ passierbar machen. Bei mäßig eingeschränkter Spermienqualität kommt eine Intrauterine Insemination (IUI) infrage, bei stärkerer Einschränkung eine In-Vitro-Fertilisation (IVF) oder eine Intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI). In seltenen Fällen, wenn keine Spermien im Ejakulat vorhanden sind, können diese mittels operativer Entnahme (TESE) direkt aus dem Hoden gewonnen werden.
Wenn trotz aller Behandlungen eine Zeugung mit eigenen Spermien nicht möglich ist, bietet die Verwendung von Spendersamen eine Alternative. Die Plattform Co-Eltern.de, Europas führende Co-Parenting-Plattform mit über 150.000 Nutzern seit 2008, hilft Paaren und Singles bei der Suche nach einem bekannten Samenspender oder Co-Elternteil — ein persönlicherer Weg als die anonyme Samenbank.
Gesundheitscheck für Männer: Wann übernimmt die Krankenkasse die Kosten?
Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für ein Spermiogramm und weiterführende Untersuchungen, wenn ein unerfüllter Kinderwunsch seit mindestens 12 Monaten besteht. In manchen Fällen — etwa bei bekannten Risikofaktoren — kann eine Kostenübernahme auch früher erfolgen. Das Erstgespräch beim Urologen wird in der Regel immer von der Kasse getragen.
Möchten Sie den Gesundheitscheck für Männer rein präventiv durchführen lassen, ohne dass ein unerfüllter Kinderwunsch dokumentiert ist, wird die Untersuchung als Individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) privat abgerechnet. Die Kosten für ein Spermiogramm inklusive Auswertung und Beratung liegen dann bei etwa 60 bis 90 Euro — eine Investition, die sich für jeden Mann mit Kinderwunsch lohnt.
Häufig gestellte Fragen zum Gesundheitscheck für Männer
Ab wann sollte ein Mann zum Gesundheitscheck vor dem Kinderwunsch gehen?
Idealerweise vor Beginn der aktiven Familienplanung — also bevor Probleme auftreten. Der Gesundheitscheck für Männer ist einfacher und weniger invasiv als die Diagnostik bei der Frau. Wenn nach 12 Monaten ungeschütztem Geschlechtsverkehr keine Schwangerschaft eingetreten ist, sollte die Untersuchung spätestens dann stattfinden. Bei Männern über 35 oder bei bekannten Risikofaktoren (Hodenhochstand, Mumps nach der Pubertät, Operationen im Beckenbereich) empfiehlt sich ein früherer Termin.
Was wird beim Spermiogramm genau untersucht?
Im Spermiogramm werden nach WHO-Richtlinien die Spermienzahl (Richtwert: mindestens 15 Millionen pro Milliliter), ihre Beweglichkeit, Form, das Gesamtvolumen der Samenflüssigkeit, der pH-Wert und das Vorhandensein von Bakterien oder Antikörpern untersucht. Es handelt sich um eine Momentaufnahme — bei abweichenden Werten wird der Test nach 8 bis 12 Wochen wiederholt.
Kann man die Spermienqualität durch Ernährung verbessern?
Ja. Studien zeigen, dass Zink, Selen, Vitamin C, Vitamin E, B-Vitamine und Omega-3-Fettsäuren die Spermienqualität positiv beeinflussen. Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse, Fisch, Nüssen und Vollkornprodukten ist empfehlenswert. Die Verbesserung zeigt sich nach etwa drei Monaten, da dies der Produktionszyklus neuer Spermien ist.
Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für den Gesundheitscheck für Männer?
Bei dokumentiertem unerfülltem Kinderwunsch (mindestens 12 Monate) ja. Das Erstgespräch wird grundsätzlich von der gesetzlichen Krankenkasse getragen. Ohne medizinische Indikation kostet ein Spermiogramm als IGeL-Leistung etwa 60 bis 90 Euro.
Was passiert, wenn die Spermienqualität schlecht ist?
Zunächst wird der Test nach 8 bis 12 Wochen wiederholt. Bei bestätigten Auffälligkeiten folgen Hormonuntersuchungen und gegebenenfalls Ultraschall oder genetische Tests. Je nach Ursache stehen verschiedene Behandlungen zur Verfügung — von Lebensstiländerungen über Medikamente bis hin zu assistierten Reproduktionsverfahren wie IUI, IVF oder ICSI. Alternativ kann auch die Suche nach einem Samenspender über Plattformen wie Co-Eltern.de ein Weg zum Wunschkind sein.
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