Wie die richtige Ernährung Ihre Fruchtbarkeit nachweislich verbessert
Die richtige Ernährung Fruchtbarkeit beeinflusst stärker, als viele denken. Studien zeigen, dass eine gezielte Ernährungsumstellung die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft deutlich steigern kann – sowohl auf natürlichem Weg als auch bei einer Fruchtbarkeitsbehandlung. Die PREPARE-Studie aus dem Jahr 2014 belegt: Frauen, die sich mediterran ernähren, haben eine bis zu 40 % höhere Erfolgswahrscheinlichkeit bei Kinderwunschbehandlungen. Bevor Sie also zu Medikamenten greifen, lohnt sich ein genauer Blick auf Ihren Speiseplan.
Auf der Plattform Co-Eltern.de, dem seit 2008 aktiven Netzwerk für Co-Parenting und Samenspende mit über 150 000 Nutzern, erhalten wir regelmäßig Fragen zum Thema Ernährung und Fruchtbarkeit. Dieser Ratgeber fasst die wichtigsten Erkenntnisse zusammen und gibt Ihnen praktische Tipps, die Sie sofort umsetzen können.
Warum beeinflusst die Ernährung Fruchtbarkeit so stark?
Alles, was Sie essen, wirkt sich direkt auf Ihren Hormonhaushalt, die Qualität Ihrer Eizellen und die Reifung der Spermien aus. Eine ausgewogene Ernährung versorgt den Körper mit den Nährstoffen, die er für einen regelmäßigen Zyklus, einen gesunden Eisprung und die Einnistung der befruchteten Eizelle braucht. Fehlen wichtige Mikronährstoffe wie Folsäure, Zink oder Eisen, kann der Körper die Empfängnisbereitschaft von sich aus herabsetzen.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt Frauen und Männern mit Kinderwunsch eine abwechslungsreiche Kost, die vorwiegend aus Vollkornprodukten, Gemüse, Obst und hochwertigen Fetten besteht. Tierische Produkte und Süßigkeiten sollten nur in Maßen konsumiert werden.
Welche Rolle spielen Kohlenhydrate für die Ernährung Fruchtbarkeit?
Kohlenhydrate lassen sich in zwei Kategorien einteilen: komplexe und raffinierte. Komplexe Kohlenhydrate – enthalten in Vollkornnudeln, Haferflocken, Hülsenfrüchten und Gemüse – werden vom Körper langsam aufgenommen. Sie halten den Blutzucker stabil und liefern wertvolle Ballaststoffe.
Raffinierte Kohlenhydrate hingegen – wie Weißbrot, Pizza, Kekse, zuckerhaltige Cerealien und Eiscreme – treiben den Blutzucker und den Insulinspiegel schnell in die Höhe. Das kann den Hormonhaushalt stören und die Eizellqualität beeinträchtigen.
Eine amerikanische Studie untersuchte die Ernährung von 120 Frauen während einer In-vitro-Fertilisation (IVF). Die Frauen wurden in zwei Gruppen aufgeteilt: Die erste Gruppe erhielt eine kohlenhydratarme, eiweißreiche Kost, die zweite eine kohlenhydratreiche Ernährung. Das Ergebnis war eindeutig: In der kohlenhydratarmen Gruppe wurden 58 % der Frauen schwanger, in der kohlenhydratreichen Gruppe dagegen nur 11 %.
Fruchtbarkeitsexperten empfehlen daher, den Konsum von raffinierten Kohlenhydraten deutlich zu reduzieren und stattdessen auf eine Portion komplexer Kohlenhydrate pro Tag zu setzen. Ergänzend sollten Sie viel Obst, Gemüse und Eiweiß in Ihren Speiseplan integrieren, um die Chancen auf eine Schwangerschaft zu erhöhen.
Welche Nährstoffe sind besonders wichtig für die Fruchtbarkeit?
Bestimmte Mikronährstoffe spielen eine Schlüsselrolle bei der Empfängnis. Hier sind die wichtigsten im Überblick:
Folsäure (Vitamin B9): unterstützt die Zellteilung und die Hormonproduktion. Frauen mit ausreichender Folsäurezufuhr haben laut Forschungsdaten ein rund 30 % geringeres Risiko für Eisprungstörungen. Die DGE empfiehlt bei Kinderwunsch zusätzlich zur folatreichen Ernährung eine Supplementierung von 400 µg Folsäure täglich, idealerweise mindestens vier Wochen vor der geplanten Schwangerschaft. Gute Quellen: Spinat, Linsen, Brokkoli, grünes Blattgemüse.
Eisen: Ein ausgeglichener Eisenhaushalt ist entscheidend für einen regelmäßigen Zyklus. Die empfohlene Tagesdosis für Frauen im gebärfähigen Alter liegt bei 16 mg Eisen. Gute Quellen: Linsen, Spinat, Vollkornprodukte, mageres Rindfleisch. Tipp: Vitamin C aus Zitrusfrüchten oder Paprika verbessert die Eisenaufnahme erheblich.
Omega-3-Fettsäuren: fördern die Eizellreifung und die frühe Embryonalentwicklung. Fettreiche Fische wie Lachs, Sardinen und Hering sind besonders reich an Omega-3. Pflanzliche Alternativen: Leinöl, Walnüsse, Chiasamen.
Zink: unterstützt einen regelmäßigen Zyklus bei Frauen und verbessert die Spermienqualität bei Männern. Gute Quellen: Austern, Kürbiskerne, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte.
Vitamin D: findet sich in fast allen Reproduktionsorganen und unterstützt die Eizellreifung sowie die Einnistung. Da die Aufnahme über die Nahrung begrenzt ist, empfiehlt die DGE bei nachgewiesenem Mangel eine gezielte Supplementierung.
Welche Lebensmittel sollten Sie bei Kinderwunsch meiden?
Einige Nahrungsmittel können die Ernährung Fruchtbarkeit negativ beeinflussen. Auf folgende sollten Sie achten:
Transfette und hochverarbeitete Lebensmittel: Forscher der Harvard School of Public Health haben bestätigt, dass Transfette die Eizellreifung stören und mit ovarieller Unfruchtbarkeit, Fehlgeburten und Endometriose in Verbindung gebracht werden. Meiden Sie Tiefkühlpizza, Fertiggerichte, frittierte Speisen und abgepackte Backwaren.
Zuckergesüßte Getränke: Mehrere Studien zeigen, dass Limonaden und gesüßte Softdrinks die Fruchtbarkeit verringern können. Greifen Sie stattdessen zu Wasser, ungesüßten Tees oder Saftschorlen.
Übermäßiger Alkohol: Alkohol ist ein Zellgift, das die Eierstockfunktion und die Spermienqualität beeinträchtigen kann. Kinderwunschpaare sollten den Konsum stark einschränken oder ganz darauf verzichten.
Zu viel Koffein: Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) empfiehlt, den Koffeinkonsum auf maximal 200 mg pro Tag zu begrenzen – das entspricht etwa zwei Tassen Kaffee.
Ernährung Fruchtbarkeit: Gilt das auch für Männer?
Unbedingt. Die Ernährung beeinflusst die Spermienqualität, die Spermienbeweglichkeit, die DNA-Integrität und die Spermienanzahl. Studien zeigen, dass Männer mit hohem Konsum an Zucker, gesättigten Fetten und verarbeiteten Lebensmitteln eine deutlich schlechtere Spermienqualität aufweisen.
Forscher der Universität Córdoba in Argentinien untersuchten Samenproben von rund 794 Studienteilnehmern und fanden heraus, dass bei Männern mit einem BMI über 30 die Spermien signifikant weniger beweglich waren als bei normalgewichtigen Männern.
Männer, die Samenspender werden möchten oder deren Partnerin versucht schwanger zu werden, sollten daher ebenfalls auf eine nährstoffreiche Kost mit viel Zink, Selen, Vitamin C und Omega-3-Fettsäuren achten. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Artikel über männliche Fruchtbarkeit und Alter.
Wie sieht der ideale Ernährungsplan bei Kinderwunsch aus?
Die mediterrane Ernährung gilt laut aktueller Forschung als das beste Ernährungsmodell für Paare mit Kinderwunsch. Sie kombiniert Vollkornprodukte, gesunde Fette (Olivenöl, Nüsse), magere Proteine, reichlich Obst und Gemüse – und reduziert gleichzeitig verarbeitete Lebensmittel, Zucker und rotes Fleisch.
Praktische Empfehlungen für Ihren Alltag: Essen Sie mindestens fünf Portionen Obst und Gemüse täglich. Ersetzen Sie Weißmehlprodukte konsequent durch Vollkornalternativen. Integrieren Sie zwei- bis dreimal pro Woche fettreichen Fisch (Lachs, Sardinen, Hering). Verwenden Sie Olivenöl, Leinöl oder Walnussöl zum Kochen und für Salate. Wählen Sie pflanzliche Eiweißquellen wie Linsen, Bohnen und Kichererbsen – Forschungsergebnisse zeigen, dass der Ersatz von Fleisch durch pflanzliches Eiweiß das Risiko einer ovulatorischen Unfruchtbarkeit um bis zu 50 % senken kann. Trinken Sie mindestens zwei Liter Wasser oder ungesüßte Getränke am Tag.
Beachten Sie: Es dauert etwa drei Monate, bis sich eine Ernährungsumstellung auf die Eizellreifung und Spermienqualität auswirkt. Beginnen Sie daher idealerweise mehrere Monate vor dem geplanten Empfängniszeitpunkt.
Wann reicht eine Ernährungsumstellung allein nicht aus?
Eine gesunde Ernährung Fruchtbarkeit ist ein wichtiger Baustein, aber kein Allheilmittel. Viele Faktoren wie Alter, Stress, Umwelteinflüsse und bestehende Erkrankungen beeinflussen die Fruchtbarkeit ebenfalls. Wenn Sie trotz ausgewogener Ernährung und gesundem Lebensstil nach zwölf Monaten nicht schwanger geworden sind, empfiehlt es sich, einen Fertilitätsexperten aufzusuchen.
Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist reproduktive Gesundheit ein zentrales Thema, bei dem Ernährung, Lebensstil und medizinische Versorgung ineinandergreifen müssen. Auch bei einer Fruchtbarkeitsbehandlung kann die richtige Ernährung die Erfolgsquote verbessern – die kohlenhydratarme Gruppe in der genannten IVF-Studie ist ein eindrucksvoller Beweis dafür.
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Häufig gestellte Fragen
Kann die Ernährung wirklich die Fruchtbarkeit verbessern?
Ja. Mehrere klinische Studien belegen, dass eine ausgewogene Ernährung Fruchtbarkeit positiv beeinflusst. Die mediterrane Ernährung steigert die Erfolgsrate bei IVF-Behandlungen um bis zu 40 %. Der Verzicht auf raffinierte Kohlenhydrate und Transfette kann die Empfängnischancen deutlich erhöhen.
Welche Lebensmittel steigern die Fruchtbarkeit am meisten?
Besonders förderlich sind Lebensmittel, die reich an Folsäure, Omega-3-Fettsäuren, Zink und Eisen sind: grünes Blattgemüse, Hülsenfrüchte, fettreicher Fisch, Nüsse und Vollkornprodukte. Der Ersatz von tierischem durch pflanzliches Eiweiß kann das Risiko einer ovulatorischen Unfruchtbarkeit um bis zu 50 % senken.
Wie lange dauert es, bis eine Ernährungsumstellung die Fruchtbarkeit beeinflusst?
In der Regel dauert es etwa drei Monate, bis sich neue Essgewohnheiten auf die Eizellreifung und Spermienqualität auswirken. Experten empfehlen daher, die Ernährung Fruchtbarkeit mindestens drei bis sechs Monate vor dem geplanten Empfängniszeitpunkt umzustellen.
Muss auch der Mann seine Ernährung bei Kinderwunsch ändern?
Ja. Die Ernährung des Mannes wirkt sich direkt auf die Spermienqualität, Beweglichkeit und DNA-Integrität aus. Übergewicht, Zucker, gesättigte Fette und Alkohol können die männliche Fruchtbarkeit erheblich beeinträchtigen. Beide Partner profitieren von einer gemeinsamen Ernährungsumstellung.
Reicht gesunde Ernährung aus, um schwanger zu werden?
Eine gesunde Ernährung ist ein wichtiger Faktor, aber nicht der einzige. Alter, Stresslevel, Körpergewicht und genetische Faktoren spielen ebenfalls eine Rolle. Wenn es nach zwölf Monaten nicht klappt, sollten Sie sich an einen Spezialisten wenden. Die richtige Ernährung kann jedoch auch begleitend zu einer Fruchtbarkeitsbehandlung die Erfolgsquote verbessern.
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