Spermiogramm: So funktioniert die Untersuchung der Spermienqualität
Die männliche Fruchtbarkeit wird häufig unterschätzt — dabei ist ein einfacher Test oft der erste und wichtigste Schritt auf dem Weg zum Wunschkind. Ein Spermiogramm liefert innerhalb kurzer Zeit eine klare Momentaufnahme der Spermienqualität und kann Paaren mit Kinderwunsch wertvolle Zeit ersparen.
Für Frauen ist es eine Selbstverständlichkeit, sich vor einer geplanten Schwangerschaft untersuchen zu lassen. Viele Männer müssen dagegen erst zu einer Untersuchung überredet werden — dabei ist das Spermiogramm einfach, schmerzlos und unkompliziert. Warum Du keine Angst vor dieser Untersuchung haben musst, erfährst Du in diesem Artikel.
Wann ist ein Spermiogramm nötig?
Die Analyse sollte spätestens vor unangenehmen Untersuchungen bei der Frau vorgenommen werden und je nach Alter des Paares so früh wie möglich. Wenn die Schwangerschaft länger als ein Jahr auf sich warten lässt, ist es an der Zeit einen Arzt aufzusuchen. Ist die Partnerin über 35, sollte der Arzt schon früher zur Rate gezogen werden. Die Kosten für ein Spermiogramm übernimmt in der Regel die Krankenkasse.
Spermienqualität bestimmen
Das Spermiogramm ist für den Arzt eine alltägliche Untersuchung. Dabei wird frisches Sperma im Labor auf die Qualität untersucht — Geruch, Aussehen, Farbe, pH-Wert sowie Anzahl, Form und Beweglichkeit der Spermien. Normale Spermien zeichnen sich durch eine ovale Kopfform, ein gesundes Mittelstück und einen beweglichen Schwanz aus. Krankhafte Spermien weichen von dieser Norm ab und können beispielsweise eine unregelmäßige Kopfform, Schäden am Mittelstück oder einen doppelten Schwanz aufweisen.
Durch eine ungesunde Ernährung, Alkohol, Rauchen sowie Umwelteinflüsse kann die Qualität der Spermien gestört werden. Gleichzeitig kann sie sich im Laufe der Zeit verbessern. Das Ergebnis des Spermiogramms ist daher lediglich eine Momentaufnahme — über die Männlichkeit sagt es dagegen nichts aus.
Ablauf eines Spermiogramms
Ein Mann braucht für die Untersuchung nichts weiter zu tun, als eine frische Spermaprobe bei seinem Arzt oder im Labor abzugeben. Um das Ergebnis nicht negativ zu beeinflussen, sollte er mindestens drei Tage abstinent gewesen sein — weder Sex noch Masturbation. Mehr als sieben Tage sollte der letzte Samenerguss aber auch nicht zurückliegen.
Die Spermaprobe kann im eigenen Zuhause oder im Labor gewonnen werden. In den Laboren steht für diesen Zweck ein privater Raum zur Verfügung. Wird die Probe zuhause gesammelt, darf das Sperma nicht älter als zwei Stunden sein und sollte bei über 20 Grad aufbewahrt werden. Es wird in einem sterilen Behälter aufgefangen und sollte so schnell wie möglich zur Auswertung abgegeben werden.
Schlechtes Spermiogramm — was nun?
Wird eine schlechte Qualität der Spermien festgestellt, ist das zunächst kein Grund zur Sorge. In der Regel wird ein schlechtes Ergebnis durch eine zweite und dritte Probe bestätigt. Ist beispielsweise die Beweglichkeit der Spermien gestört, kommt eine In-vitro-Fertilisation infrage. Auch kann durch das Spermiogramm eine Infektion der Samenwege erkannt und behandelt werden.
Ist der Kinderwunsch nicht eilig, kann es ausreichen, die Ernährung umzustellen, auf Alkohol und Nikotin zu verzichten und sich mehr zu bewegen. Eine neue Untersuchung ein halbes Jahr später kann dann schon wieder ein ganz anderes Ergebnis anzeigen. Laut den WHO-Referenzwerten für die Analyse menschlicher Samenflüssigkeit gelten eine Spermienanzahl von mindestens 16 Millionen pro Milliliter und eine Beweglichkeit von über 42% als normal.
FAQ: Häufige Fragen zum Spermiogramm
Was wird beim Spermiogramm untersucht?
Beim Spermiogramm werden Anzahl, Form, Beweglichkeit und Qualität der Spermien analysiert. Zusätzlich werden Geruch, Farbe, pH-Wert und Volumen des Ejakulates bewertet. Die Untersuchung gibt Aufschluss darüber, ob die Spermien in der Lage sind, eine Eizelle zu befruchten.
Wann sollte man ein Spermiogramm machen lassen?
Die Untersuchung sollte spätestens dann durchgeführt werden, wenn eine Schwangerschaft trotz regelmäßigem Geschlechtsverkehr nach einem Jahr ausbleibt. Ist die Partnerin über 35, empfiehlt sich eine frühere Abklärung. Das Spermiogramm sollte vor aufwändigen Untersuchungen bei der Frau stehen, da es einfach und schmerzlos ist.
Wie bereitet man sich auf ein Spermiogramm vor?
Wichtig ist eine Abstinenzzeit von mindestens drei und maximal sieben Tagen vor der Probenabgabe. Die Probe kann beim Arzt, im Labor oder zuhause gewonnen werden und muss in einem sterilen Behälter innerhalb von zwei Stunden ausgewertet werden.
Was kostet ein Spermiogramm?
Die Kosten werden in vielen Fällen von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen, insbesondere wenn ein medizinischer Grund vorliegt. Ohne Krankenkassenübernahme liegen die Kosten je nach Labor zwischen 30 und 100 Euro.
Was bedeutet ein schlechtes Ergebnis beim Spermiogramm?
Ein schlechtes Ergebnis ist kein endgültiges Urteil. Da es sich um eine Momentaufnahme handelt, wird es in der Regel durch weitere Proben bestätigt. Durch eine gesündere Lebensweise — ausgewogene Ernährung, weniger Alkohol und Nikotin sowie mehr Bewegung — kann sich die Spermienqualität deutlich verbessern.
Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es nach einem schlechten Spermiogramm?
Je nach Befund gibt es verschiedene Optionen. Bei gestörter Beweglichkeit kommt eine In-vitro-Fertilisation (IVF) infrage. Wer seinen Kinderwunsch auf anderem Wege verwirklichen möchte, findet auf Co-Eltern.de Alternativen wie die Co-Elternschaft oder die private Samenspende.
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