Samenspende lesbische Paare: Rechte, Möglichkeiten und Hürden in Deutschland
Anfang des Jahres hat der Verfassungsgerichtshof in Wien entschieden: Fortan haben lesbische Paare ein Recht auf eine Samenspende. Samenspende lesbische Paare — in Deutschland ist die Insemination zwar nicht verboten, dennoch werden den Paaren oftmals große Steine in den Weg gelegt.
Für viele Familien ist die Samenspende lesbische Paare der einzige Weg, den Kinderwunsch zu erfüllen. Die rechtlichen Rahmenbedingungen in Deutschland machen diesen Weg jedoch unnötig schwierig. Der LSVD (Lesben- und Schwulenverband Deutschland) bietet hierzu umfassende Informationen und Beratung.
Verboten ist es nicht, aber …
Lesbische Paare mit Kinderwunsch haben es schwer, eine Samenbank zu finden, die bereit ist, Spendersamen abzugeben. Viele Ärzte weigern sich, die Befruchtung bei lesbischen Frauen durchzuführen. Dabei ist die Abgabe von Spendersamen an lesbische Frauen und die Befruchtung durch den Gynäkologen in Deutschland nicht verboten.
Doch Samenspender sowie Ärzte fürchten rechtliche Konsequenzen. Viele Samenspender erlauben die Vergabe ihrer Spende nur an heterosexuelle Paare. Bei der Samenspende lesbische Paare, so befürchten sie, könnten Unterhaltsforderungen geltend gemacht werden. In der Realität werden diese Forderungen in der Regel nicht durchgesetzt. Doch sollte der leiblichen Mutter etwas zustoßen, bevor die Stiefkindadoption der Co-Mutter anerkannt wird, bestehen rechtliche Unsicherheiten. Lesen Sie mehr in unserem Artikel über das Recht auf Samenspende für lesbische Paare.
Samenspende lesbische Paare: Alternativen im Überblick
Einige Samenbanken und Ärzte sind trotz rechtlicher Unsicherheiten bereit, lesbische Paare zu behandeln. Je nach Klinik wird vor der Insemination der Abschluss eines Vertrages verlangt, in welchem das Paar auf Unterhaltsansprüche verzichtet. Einfacher gestaltet sich die Suche nach einer passenden Samenbank im Ausland — etwa in Belgien, Dänemark oder den Niederlanden, wo liberaler gehandelt wird.
Daneben gibt es die private Samenspende. Das lesbische Paar kann einen Mann aus ihrem Bekanntenkreis oder einen Samenspender im Internet suchen. Die Befruchtung findet mithilfe der Bechermethode im eigenen Zuhause statt. Doch birgt die private Samenspende gesundheitliche und rechtliche Risiken: Der Samen wird nicht wie in der Samenbank nach sexuell übertragbaren Krankheiten untersucht und der biologische Vater könnte einen Anspruch auf Sorgerecht einklagen.
Die private Samenspende bietet sich an, wenn das lesbische Paar und der Spender eine Co-Elternschaft eingehen möchten. So könnte das Kind neben zwei Müttern auch eine Beziehung zum biologischen Vater aufbauen. Für schwule Paare, die ebenfalls eine Regenbogenfamilie gründen möchten, ist diese Vorgehensweise die einzige Möglichkeit, ein biologisches Kind aufzuziehen, da Leihmutterschaft in Deutschland verboten ist.
Die deutsche Rechtsprechung hat zur Gleichberechtigung noch einen langen Weg vor sich. Trotz dieser Nachteile kann der Wunsch nach einer eigenen Familie in Erfüllung gehen. Auf Co-Eltern.de finden Interessierte an Samenspende lesbische Paare private Samenspender sowie Co-Eltern, die denselben Wunsch teilen.
FAQ: Samenspende lesbische Paare
Ist die Samenspende für lesbische Paare in Deutschland legal?
Ja. Die Samenspende lesbische Paare ist in Deutschland nicht verboten. Weder die Abgabe von Spendersamen noch die ärztliche Befruchtung bei lesbischen Frauen ist gesetzlich untersagt. In der Praxis weigern sich jedoch viele Ärzte und Samenbanken aus Angst vor rechtlichen Konsequenzen. Einige Kliniken verlangen vorab einen schriftlichen Verzicht auf Unterhaltsansprüche gegenüber dem Spender.
Welche Alternativen haben lesbische Paare, wenn deutsche Kliniken die Behandlung verweigern?
Es gibt zwei Hauptalternativen: Eine Samenbank im Ausland — etwa in Dänemark, Belgien oder den Niederlanden — oder eine private Samenspende über Plattformen wie Co-Eltern.de. Bei der privaten Samenspende sollten Gesundheitsnachweise des Spenders eingeholt und alle Absprachen schriftlich festgehalten werden.
Welche rechtlichen Risiken bestehen bei der privaten Samenspende für lesbische Paare?
Das größte Risiko ist, dass der biologische Vater im Nachhinein Sorgerechts- oder Unterhaltsansprüche geltend machen kann. Schriftliche Vereinbarungen helfen, sind vor Gericht jedoch nicht immer bindend. Der Samen wird bei einer privaten Spende zudem nicht medizinisch auf sexuell übertragbare Krankheiten untersucht — aktuelle Gesundheitstests des Spenders sind daher unbedingt zu empfehlen.
Wie wird die Co-Mutter rechtlich als Elternteil anerkannt?
Die Co-Mutter kann das Kind durch eine Stiefkindadoption rechtlich anerkennen lassen. Bis zur Anerkennung besteht eine rechtliche Unsicherheit — sollte der leiblichen Mutter etwas zustoßen, hat die Co-Mutter zunächst keine automatischen elterlichen Rechte. Eine frühzeitige rechtliche Beratung ist daher dringend empfohlen.
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