Gleichgeschlechtliche Eltern: Vorurteile und wie man damit umgeht
Falsche Annahmen und vor allem Vorurteile tragen dazu bei, dass gleichgeschlechtliche Eltern zumeist kein einfaches Leben haben. Gleichgeschlechtliche Eltern — um Vorurteilen entgegenzutreten und falsche Denkweisen zu berichtigen, sollte Aufklärungsarbeit erfolgen.
Es gibt mittlerweile sehr viele gleichgeschlechtliche Eltern, die Kinder aufziehen und dadurch zeigen, dass an den Vorurteilen nichts Wahres dran ist. Im folgenden Beitrag zeigen wir die gängigsten Irrtümer auf.
Gleichgeschlechtliche Eltern: die häufigsten Irrtümer
Viele Menschen sind der Meinung, dass Kinder, die mit zwei Müttern oder zwei Vätern aufwachsen, leiden. Eine liebende Familie mit gegenseitigem Verständnis und Respekt ist jedoch viel wichtiger für Kinder als veraltete Rollenbilder.
1. Gleichgeschlechtliche Eltern erziehen Kinder zur Homosexualität
Manche Menschen glauben tatsächlich, dass Kinder, die mit gleichgeschlechtlichen Eltern aufwachsen, homosexuell werden. Die sexuelle Orientierung ist äußerst komplex und hat absolut nichts mit der Umgebung zu tun. Sicherlich sind Kinder von gleichgeschlechtlichen Eltern offener gegenüber Diversität. Homosexuelle entstammen in den meisten Fällen ganz traditionellen Familien — Geschwister von Homosexuellen sind oft heterosexuell.
2. Kinder benötigen eine Vaterfigur
Diese Meinung wird viel zu oft geäußert — nicht nur gegenüber gleichgeschlechtlichen Eltern, sondern auch wenn eine Scheidung erfolgt ist und Kinder nur mit der Mutter aufwachsen. Mittlerweile gibt es Forschungsergebnisse, die zeigen, dass Kinder bei gleichgeschlechtlichen Eltern genauso gut aufgehoben sind wie in heterosexuellen Beziehungen. Das Geschlecht der Eltern spielt keine Rolle — wichtig ist, dass Kinder wohl behütet, geliebt und glücklich aufwachsen können.
3. Kinder brauchen eine Mutterfigur
Ähnliche Vorurteile gibt es, wenn zwei Väter ein Kind großziehen. Auch bei diesen Paaren stehen Liebe und ein behütetes Elternhaus im Vordergrund. Schwule Paare, die sich bewusst für ein Kind entschieden haben, sind meist einen schweren Weg gegangen — und geben alles, damit es dem Kind an nichts mangelt.
4. Nicht biologische Eltern lieben ein Kind nicht wie ein eigenes
Diese Fehlannahme ist leider weit verbreitet. Was viele Menschen übersehen: Liebe, Gemeinsamkeit und Beziehung beeinflussen die Bindung zwischen Kindern und Eltern außerordentlich. Kinder, die in Sicherheit und Geborgenheit aufwachsen, haben alle Voraussetzungen, sich gut zu entwickeln.
5. Kinder von gleichgeschlechtlichen Eltern werden verhaltensauffällig
Dieser Irrtum kann bisher keine Belege aufweisen. In einer Studie wurde untersucht, wie sich gleichgeschlechtliche Eltern auf die Entwicklung von Kindern auswirken. Das Ergebnis belegt, dass das Geschlecht der Eltern keine Rolle spielt, solange eine stabile und emotionale Kindheit gewährleistet werden kann.
6. Kinder haben Probleme mit ihrer Geschlechtsidentität
Weshalb sollten Kinder Probleme mit ihrer Geschlechtsidentität bekommen? Kinder mit gleichgeschlechtlichen Eltern kennen ebenfalls unterschiedliche Rollen in Familien — sie haben Großeltern, Onkel, Tanten, Lehrer, Freunde und Freundinnen. Ihr soziales Umfeld unterscheidet sich nicht grundlegend von dem anderer Kinder.
7. Kinder von gleichgeschlechtlichen Eltern werden gemobbt
Bisher kann keine der durchgeführten Studien diesen Irrtum belegen. Die einzige Lösung gegen Mobbing ist es, das Problem schon in der eigenen Familie zu thematisieren. Kindern mit gleichgeschlechtlichen Eltern sollte erklärt werden, dass sie in einer besonderen Familie leben — danach sind sie sicherlich stolz und glücklich, zwei Mütter oder Väter zu haben.
Vorurteile gegenüber gleichgeschlechtlichen Eltern widerlegt
Die Soziologin Marina Rupp hat zu diesem Thema geforscht und die gängigsten Vorurteile entkräftet.
Gleichgeschlechtliche Ehen seien unnatürlich
Wäre Homosexualität nicht etwas Natürliches, so würde sie in der Natur in keinem Fall vorkommen. Im 21. Jahrhundert ist dieses Vorurteil nicht mehr haltbar — unsere Gesellschaft wird diverser, bunter und somit glücklicher. In den Niederlanden besteht die Ehe für alle bereits seit dem Jahr 2000.
Gleichgeschlechtliche Eltern können keine Kinder bekommen
Zwei Frauen können durch eine Samenspende Kinder bekommen — es ist sogar ein leibliches Kind einer der beiden Frauen. Männer können dies durch eine Samenspende und eine Leihmutter handhaben, was in Deutschland jedoch noch problematisch ist. Auch in heterosexuellen Beziehungen führt eine Samenspende dazu, dass Kinder gezeugt werden. Darüber hinaus besteht jederzeit die Möglichkeit der Adoption. Auf Co-Eltern.de finden gleichgeschlechtliche Eltern zudem einen Co-Elternteil für die gemeinsame Familiengründung. Lesen Sie mehr in unserem Artikel über homosexuelle Elternschaft.
Es sollten immer Mann und Frau ein Kind erziehen
Eine Trennung belastet jedes Kind — und nicht das Umfeld, in dem es sich aufhält. Hierzu besteht sogar eine Langzeitstudie der US National Longitudinal Lesbian Family Study: Rund 31 Prozent der gleichgeschlechtlichen Beziehungen mit Kindern erfuhren eine Trennung — eine Rate, die mit der heterosexueller Beziehungen übereinstimmt.
Fazit
Eine liebevolle Familie, welche gleichgeschlechtliche Eltern ebenso bieten können wie heterosexuelle Paare, ist für viele Kinder ein Ort der Geborgenheit und Stärke. Wichtig ist es, den Vorurteilen gestärkt entgegenzutreten — mit dem Bewusstsein, dass man sich gegenseitig liebt und eine Einheit als Familie bildet.
Lesen Sie auch unseren Artikel über gleichgeschlechtliche Eltern und den Umgang mit Vorurteilen. Wer eine Regenbogenfamilie gründen möchte, findet in unserem Artikel wie man Schwule oder Lesben für eine Regenbogenfamilie findet weitere hilfreiche Informationen.
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