Wehen und Geburt: So bereiten Sie sich optimal auf die Entbindung vor

Wehen und Geburt schwangere Frau während der Geburt im Krankenhaus begleitet von ihrem Partner

Wehen und Geburt gehören zu den intensivsten Erfahrungen im Leben einer Frau. Ein gutes Verständnis der verschiedenen Phasen, Schmerzlinderungsmethoden und Vorbereitungsschritte hilft Ihnen, den großen Tag selbstbewusst und entspannt anzugehen. Die Eröffnungsphase einer Erstgeburt dauert im Durchschnitt 8 bis 12 Stunden, während die eigentliche Austreibungsphase meist zwischen 20 Minuten und 2 Stunden beansprucht. Je besser Sie vorbereitet sind, desto geringer ist das Stressniveau, und Studien zeigen, dass weniger Stress die Wehen und Geburt nachweislich erleichtern kann.

Warum sollten Sie einen Geburtsvorbereitungskurs besuchen?

Ein Geburtsvorbereitungskurs vermittelt Ihnen Wissen über Wehen und Geburt direkt von Fachleuten. Sie lernen Atemtechniken, Entspannungsübungen und erfahren, was in jeder Phase der Entbindung auf Sie zukommt. Laut dem Deutschen Hebammenverband werden in diesen Kursen auch Themen wie Wochenbett, Stillen und Säuglingspflege behandelt. Die Kosten für Schwangere übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung vollständig. Melden Sie sich möglichst früh an, da Kurse oft schnell ausgebucht sind. Neben dem Fachwissen profitieren Sie vom Austausch mit anderen werdenden Müttern, die ähnliche Fragen und Sorgen haben.

Wie erkennen Sie die echten Wehen und Geburt?

Viele Schwangere sind unsicher, ob es sich um Übungswehen oder echte Geburtswehen handelt. Übungswehen (Braxton-Hicks-Kontraktionen) treten unregelmäßig auf und hören nach ein bis zwei Stunden wieder auf. Echte Wehen und Geburt zeigen sich durch Kontraktionen, die regelmäßiger werden, an Intensität zunehmen und die Abstände verkürzen. Eine bewährte Faustregel: Wenn die Wehen alle 5 Minuten im Abstand kommen und jeweils etwa 60 Sekunden dauern, ist es Zeit, in die Klinik zu fahren oder Ihre Hebamme zu rufen. Weitere Anzeichen für den Geburtsbeginn sind der Abgang des Schleimpfropfs und das Platzen der Fruchtblase.

Welche Entbindungsmethoden gibt es?

Die Entscheidung über die Art der Entbindung ist persönlich und sollte gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Hebamme getroffen werden. Bei einer natürlichen vaginalen Geburt durchlaufen Sie die Wehen ohne medikamentöse Schmerzlinderung oder mit leichten Hilfsmitteln wie Wärme, Massage oder einem Geburtsball. Die Epiduralanästhesie (PDA) ist eine der häufigsten Methoden zur Schmerzlinderung bei Wehen und Geburt. Dabei wird ein Betäubungsmittel in den Epiduralraum nahe dem Rückenmark injiziert. In Deutschland werden laut dem Bundesgesundheitsportal rund 30 bis 40 Prozent aller Klinikgeburten mit einer PDA durchgeführt. Ein Kaiserschnitt wird empfohlen, wenn medizinische Gründe vorliegen, etwa eine Beckenendlage, eine Plazenta praevia oder ein Geburtsstillstand. Wichtig ist, flexibel zu bleiben: Nicht alles verläuft nach Plan, und eine Änderung der Entbindungsmethode kann jederzeit nötig werden.

Welche Übungen bereiten auf Wehen und Geburt vor?

Gezielte Übungen stärken die Muskulatur, die während der Entbindung am meisten beansprucht wird. Sprechen Sie vorher mit Ihrem Arzt, bevor Sie ein neues Trainingsprogramm beginnen.

Beckenbodenübungen (Kegel-Übungen) stärken die Muskeln, die Gebärmutter, Blase und Darm stützen. Spannen Sie die Beckenbodenmuskeln für 5 bis 10 Sekunden an, entspannen Sie anschließend und wiederholen Sie dies 10 bis 15 Mal. Regelmäßiges Training kann Inkontinenz nach der Geburt vorbeugen.

Squats (Kniebeugen) öffnen den Beckenausgang und erleichtern die Abwärtsbewegung des Babys. Beginnen Sie früh in der Schwangerschaft mit leichten Wiederholungen und steigern Sie langsam.

Beckenkreisen auf einem Gymnastikball lockert die Hüftmuskulatur und kann während der Wehen und Geburt die Schmerzen lindern. Viele Kreißsäle stellen Geburtsbälle zur Verfügung.

Was gehört in die Kliniktasche?

Packen Sie Ihre Tasche spätestens in der 36. Schwangerschaftswoche, damit Sie bei Wehenbeginn sofort aufbrechen können. Wichtig sind:

  • Hygieneartikel: Zahnbürste, Zahnpasta, Lippenpflege, Haargummi, Damenbinden, Lotion
  • Bequeme Kleidung: Nachthemd oder weites T-Shirt, Bademantel, warme Socken, Still-BH
  • Für den Komfort: Snacks mit schneller Energie, isotonische Getränke, Musik und Kopfhörer
  • Dokumente: Mutterpass, Versicherungskarte, Personalausweis, Geburtsplan
  • Für das Baby: Strampler, Mützchen, Windeln, Babydecke, Kindersitz fürs Auto

Wer sollte bei Wehen und Geburt dabei sein?

Ob Ihr Partner, das andere Elternteil, eine enge Freundin oder ein Familienmitglied: Wählen Sie eine Person, die Ihnen Ruhe und Sicherheit gibt. In den meisten Kliniken ist die Begleitung auf eine bis zwei Personen begrenzt. Besprechen Sie vorher, welche Art von Unterstützung Sie sich wünschen, etwa Massagen, aufmunternde Worte oder einfach stille Anwesenheit. Wenn Sie als Co-Eltern ein Kind bekommen, klären Sie frühzeitig, wer bei der Geburt dabei sein wird, denn auch für Co-Eltern ist dieser Moment von großer Bedeutung.

Wie helfen Yoga und Meditation bei Wehen und Geburt?

Schwangerschaftsyoga verbessert die Körperhaltung, stärkt die Rückenmuskulatur und lehrt Sie Atemtechniken, die während der Wehen gezielt eingesetzt werden können. Regelmäßiges Meditieren trainiert Ihre Fähigkeit, mit Schmerzen umzugehen und im Moment zu bleiben. Viele Frauen berichten, dass sie durch Yoga und Meditation die Wehen als weniger bedrohlich empfinden. Auch Hypnobirthing, eine Kombination aus Tiefenentspannung, Atemtechnik und positiver Visualisierung, gewinnt in Deutschland an Popularität. Hebammen empfehlen, bereits ab der 28. Schwangerschaftswoche mit regelmäßigem Schwangerschaftsyoga zu beginnen, um den Körper optimal auf die Entbindung vorzubereiten.

Nehmen Sie sich Zeit für sich

Das letzte Schwangerschaftsdrittel ist Ihre Gelegenheit, Kraft zu sammeln. Nach der Geburt werden ruhige Momente seltener. Gönnen Sie sich regelmäßige Auszeiten, schlafen Sie viel und tun Sie, was Ihnen guttut. Auf Co-Eltern.de, der Plattform für Co-Elternschaft und Samenspende mit über 150.000 Nutzern seit 2008, finden Sie auch nach der Geburt Unterstützung und Austausch mit anderen Eltern, die denselben Weg gegangen sind.

FAQ: Häufige Fragen zu Wehen und Geburt

Wie lange dauern Wehen und Geburt bei einer Erstgebärenden?

Bei Erstgebärenden dauert die gesamte Geburt im Durchschnitt 12 bis 14 Stunden. Die Eröffnungsphase nimmt den größten Teil ein. Bei Folgeschwangerschaften verkürzt sich die Geburtsdauer oft erheblich auf durchschnittlich 6 bis 8 Stunden.

Ab wann sollte ich ins Krankenhaus fahren?

Fahren Sie ins Krankenhaus, wenn die Wehen regelmäßig alle 5 Minuten kommen und jeweils mindestens 60 Sekunden andauern. Bei einem Blasensprung oder wenn Sie sich unsicher fühlen, sollten Sie ebenfalls sofort Ihre Hebamme kontaktieren oder in die Klinik fahren.

Kann ich mich bei Wehen und Geburt auf natürliche Schmerzlinderung verlassen?

Viele Frauen bewältigen die Wehen und Geburt mit natürlichen Methoden wie Atemtechniken, warmem Wasser, Massagen, Bewegung und dem Geburtsball. Ob das ausreicht, hängt von Ihrer individuellen Schmerzempfindlichkeit und dem Geburtsverlauf ab. Es ist kein Zeichen von Schwäche, sich für eine PDA zu entscheiden, wenn die natürlichen Methoden nicht ausreichen.

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