Alles über Leihmutter Deutschland – Recht, Kosten und echte Erfahrungen

Leihmutter Deutschland Illustration of pregnant woman representing surrogacy concept

Eine Leihmutter Deutschland zu finden ist nach geltendem Recht nicht möglich, da die Leihmutterschaft in Deutschland durch das Embryonenschutzgesetz (ESchG) und das Adoptionsvermittlungsgesetz strikt verboten ist. Trotzdem beschäftigt das Thema Leihmutter Deutschland jedes Jahr Hunderte von Paaren und Einzelpersonen, die ihren Kinderwunsch nicht auf natürlichem Weg erfüllen können. In diesem Artikel erfahren Sie, warum die Leihmutterschaft verboten ist, welche Kosten im Ausland entstehen, wie Wunscheltern trotzdem zu ihrem Kind kommen und welche Alternativen es gibt.

Warum ist eine Leihmutter Deutschland gesetzlich verboten?

Das Embryonenschutzgesetz von 1990 verbietet es Ärztinnen und Ärzten, bei einer Leihmutterschaft mitzuwirken. Nach § 1 Abs. 1 Nr. 7 ESchG wird bestraft, wer bei einer Frau, die bereit ist, ihr Kind nach der Geburt Dritten zu überlassen, eine künstliche Befruchtung durchführt oder einen Embryo überträgt. Zusätzlich stellt das Adoptionsvermittlungsgesetz die Vermittlung von Leihmüttern unter Strafe.

Der Gesetzgeber wollte mit dem Verbot eine sogenannte „gespaltene Mutterschaft“ verhindern – eine Situation, in der genetische Mutter und austragende Mutter nicht dieselbe Person sind. Als Schutzgüter gelten das Kindeswohl, die Würde der Frau und der Schutz vor Kommerzialisierung des Körpers.

Wichtig zu wissen: Die Wunscheltern selbst machen sich in Deutschland nicht strafbar. Bestraft werden ausschließlich Ärzte, die bei einer Leihmutterschaft mitwirken, sowie Personen, die Leihmütter vermitteln. Diese Regelung führt dazu, dass viele Paare ins Ausland ausweichen, um dort legal eine Leihmutter zu finden.

Was hat die Kommission 2024 zur Leihmutter Deutschland empfohlen?

Im April 2024 legte die von der Bundesregierung eingesetzte Kommission zur reproduktiven Selbstbestimmung und Fortpflanzungsmedizin ihren Abschlussbericht vor. Das 18-köpfige Expertengremium kam zu dem Ergebnis, dass eine Legalisierung der altruistischen Leihmutterschaft verfassungsrechtlich zulässig wäre – allerdings nur unter sehr engen Voraussetzungen.

Konkret empfahl die Kommission, dass eine Leihmutter Deutschland nur dann erlaubt sein sollte, wenn zwischen Leihmutter und Wunscheltern ein enges verwandtschaftliches oder freundschaftliches Verhältnis besteht. Zudem müsste die Leihmutter jederzeit über alle körperlichen Aspekte selbst bestimmen können und eine Bedenkzeit nach der Geburt erhalten. Die Kommission betonte allerdings auch, dass selbst altruistisch angelegte Modelle ein Potenzial für Missbrauch bergen. Stand 2026 ist keine Gesetzesänderung zur Legalisierung geplant.

Wie können deutsche Wunscheltern trotzdem eine Leihmutter finden?

Da eine Leihmutter Deutschland nicht verfügbar ist, reisen jährlich schätzungsweise 300 bis 400 deutsche Paare ins Ausland, um dort eine Leihmutterschaft durchzuführen. Die beliebtesten Zielländer sind die USA (insbesondere Kalifornien), die Ukraine, Georgien und Griechenland.

In den USA ist die kommerzielle Leihmutterschaft in vielen Bundesstaaten legal. Die Wunscheltern werden dort direkt als gesetzliche Eltern in die Geburtsurkunde eingetragen. In der Ukraine und Georgien ist Leihmutterschaft ebenfalls erlaubt, allerdings in der Regel nur für heterosexuelle Ehepaare. Griechenland erlaubt die altruistische Leihmutterschaft unter gerichtlicher Aufsicht.

Das Auswärtige Amt weist ausdrücklich darauf hin, dass die genetische Abstammung eines Kindes aus einer Leihmutterschaft nach deutschem Recht grundsätzlich kein rechtliches Abstammungsverhältnis zu den Wunscheltern begründet. Mutter ist nach § 1591 BGB immer die Frau, die das Kind geboren hat – also die Leihmutter.

Was kostet eine Leihmutterschaft im Ausland?

Die Kosten für eine Leihmutterschaft variieren je nach Land erheblich. In den USA liegen die Gesamtkosten bei rund 120.000 bis 160.000 Euro, wobei die Leihmutter selbst zwischen 30.000 und 45.000 Euro erhält. Hinzu kommen Agenturgebühren, Anwaltskosten, medizinische Behandlungen und Versicherungen.

In der Ukraine bewegen sich die Kosten zwischen 40.000 und 75.000 Euro. In Griechenland, wo nur die altruistische Form erlaubt ist, fallen geringere Vergütungen für die Leihmutter an, dafür aber höhere Gerichts- und Verwaltungskosten.

Andrea Meier (Name geändert), eine Schweizerin, die ihre Zwillinge von einer amerikanischen Leihmutter austragen ließ, berichtet von Gesamtkosten von 82.000 Euro. Davon erhielt die Leihmutter Amy etwa 20.000 Euro. Die Agentursuche dauerte rund ein Jahr, bevor das Paar die passende Vermittlung fand.

Wie lief eine Leihmutterschaft konkret ab? Ein Erfahrungsbericht

Andrea wurde ohne Gebärmutter geboren und konnte keine eigenen Kinder austragen. Gemeinsam mit ihrem Ehemann suchte sie nach einer amerikanischen Agentur, die ihnen helfen sollte, eine Leihmutter zu finden. Nach einem Jahr Agentursuche fanden sie Amy – Anfang 30, verheiratet, Mutter von zwei Kindern. Amy wollte einem anderen Paar helfen, eine Familie zu gründen.

Beim ersten Treffen in Kalifornien war eine Psychologin anwesend. Die beiden Frauen verstanden sich sofort und wurden zu Freundinnen. In einem 15-seitigen Vertrag regelten sie alle wichtigen Fragen: Was geschieht bei einer Mehrlingsschwangerschaft? Wie wird mit möglichen Behinderungen umgegangen? Beim zweiten IVF-Versuch wurde Amy schwanger – mit Zwillingen. Andrea war beim Einsetzen der befruchteten Eizelle dabei und konnte über regelmäßige Gespräche an der Schwangerschaft teilnehmen. Einige Monate später kamen die Babys per Kaiserschnitt zur Welt.

Noch Jahre später stehen Andrea und Amy in freundschaftlichem Kontakt. Den Kindern wurde die Rolle der Leihmutter altersgerecht erklärt.

Wie werden Kinder aus einer Leihmutterschaft in Deutschland anerkannt?

Die rechtliche Anerkennung ist einer der kompliziertesten Aspekte beim Thema Leihmutter Deutschland. Nach deutschem Recht ist Mutter eines Kindes immer die Frau, die es geboren hat. Vater ist der Mann, der zum Zeitpunkt der Geburt mit der Mutter verheiratet ist oder der die Vaterschaft anerkennt.

Der Bundesgerichtshof hat 2014 in einem Grundsatzurteil entschieden, dass ausländische Gerichtsentscheidungen, die Wunscheltern als rechtliche Eltern festlegen, unter bestimmten Voraussetzungen in Deutschland anerkannt werden können. Voraussetzung ist, dass mindestens ein Wunschelternteil genetisch mit dem Kind verwandt ist und das Verfahren im Ausland rechtsstaatlichen Anforderungen entspricht.

Für die Wunschmutter bedeutet dies in der Praxis oft, dass sie das Kind nach der Rückkehr nach Deutschland adoptieren muss – ein Verfahren, das emotional belastend und zeitaufwendig sein kann. Der Wunschvater kann seine Vaterschaft hingegen anerkennen, wenn er der biologische Vater ist.

Welche Alternativen gibt es zur Leihmutter Deutschland?

Wer eine Leihmutter Deutschland aus rechtlichen oder ethischen Gründen nicht in Betracht zieht, hat mehrere Alternativen. Die Co-Elternschaft ist eine davon: Zwei oder mehr Personen entscheiden sich gemeinsam für ein Kind, ohne in einer romantischen Beziehung zu sein. Auf Co-Eltern.de, einer Plattform für Co-Elternschaft und Samenspende mit über 150.000 Nutzern seit 2008, finden Sie Partner für dieses Familienmodell.

Weitere Optionen sind die private Samenspende, die Adoption oder die Pflegschaft. Für lesbische Paare und alleinstehende Frauen kann eine Samenspende in Kombination mit Co-Parenting der direkteste Weg zum Wunschkind sein. Für schwule Paare bleibt die Leihmutterschaft im Ausland oft die einzige Möglichkeit, ein genetisch verwandtes Kind zu bekommen.

Häufig gestellte Fragen zur Leihmutter Deutschland

Ist eine Leihmutter in Deutschland erlaubt?

Nein, eine Leihmutter Deutschland ist nach dem Embryonenschutzgesetz verboten. Strafbar machen sich allerdings nur Ärzte und Vermittler – nicht die Wunscheltern oder die Leihmutter selbst. Eine Kommission hat 2024 die Legalisierung der altruistischen Form geprüft, aber bislang wurde keine Gesetzesänderung umgesetzt.

Wie viel kostet eine Leihmutterschaft im Ausland?

Die Kosten hängen stark vom Zielland ab. In den USA müssen Wunscheltern mit 120.000 bis 160.000 Euro rechnen. In der Ukraine liegen die Kosten bei 40.000 bis 75.000 Euro. In Griechenland sind die Kosten etwas niedriger, da nur altruistische Leihmutterschaften erlaubt sind.

Wird mein Kind aus einer Leihmutterschaft in Deutschland anerkannt?

Ausländische Gerichtsentscheidungen zur Elternschaft können seit einem BGH-Urteil von 2014 unter bestimmten Bedingungen in Deutschland anerkannt werden. In der Praxis muss die Wunschmutter das Kind häufig adoptieren, während der genetische Vater seine Vaterschaft anerkennen kann.

Welche Länder erlauben Leihmutterschaft für deutsche Paare?

Beliebte Zielländer für deutsche Wunscheltern sind die USA (besonders Kalifornien), die Ukraine, Georgien und Griechenland. In jedem Land gelten unterschiedliche Voraussetzungen bezüglich Familienstand, sexueller Orientierung und Vergütung der Leihmutter Deutschland.

Gibt es eine Alternative zur Leihmutter Deutschland?

Ja, die Co-Elternschaft ist eine bewährte Alternative. Dabei gründen zwei oder mehr Personen gemeinsam eine Familie, ohne ein Liebespaar zu sein. Auch Adoption, Pflegschaft und private Samenspende sind Wege zum Wunschkind.

Wenn Sie Ihren Kinderwunsch verwirklichen möchten, finden Sie auf Co-Eltern.de eine engagierte Community von Menschen, die denselben Traum teilen – ob als Co-Elternteil, Samenspender oder zukünftige Eltern. Registrieren Sie sich kostenlos und starten Sie noch heute Ihren Weg zur Elternschaft.

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