Kompletter Leitfaden zum Ultraschall in der Schwangerschaft: Termine, Ablauf und was Sie erwartet
Der Ultraschall Schwangerschaft gehört zu den wichtigsten Vorsorgeuntersuchungen für werdende Mütter. In Deutschland haben gesetzlich Versicherte Anspruch auf drei kostenlose Basis-Ultraschalluntersuchungen — in der 9. bis 12., der 19. bis 22. und der 29. bis 32. Schwangerschaftswoche. Laut dem Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) bringen 96 bis 98 von 100 Schwangeren ein gesundes Kind zur Welt. Der Ultraschall hilft, diese positive Entwicklung zu bestätigen und bei Auffälligkeiten frühzeitig zu handeln. In diesem Leitfaden von Co-Eltern.de, der Plattform für Co-Elternschaft und Samenspende seit 2008 mit über 150.000 Nutzern, erfahren Sie alles über Ablauf, Zeitpunkte und Bedeutung jeder Untersuchung.
Was ist ein Ultraschall in der Schwangerschaft?
Ein pränataler Ultraschall Schwangerschaft (auch Sonografie genannt) ist eine bildgebende Untersuchung, bei der hochfrequente Schallwellen genutzt werden, um den Bauch der Schwangeren zu durchleuchten. Das Verfahren erzeugt Schwarz-Weiß-Bilder des Fötus auf einem Monitor und dient dazu festzustellen, ob die Schwangerschaft normal verläuft und sich das Kind gesund entwickelt.
Die Untersuchung wird von einer Frauenärztin oder einem Frauenarzt durchgeführt — Hebammen dürfen keinen Ultraschall vornehmen. Die Ergebnisse werden im Mutterpass dokumentiert. Laut der BZgA auf familienplanung.de sind die Ultraschalluntersuchungen freiwillig — keine Schwangere ist verpflichtet, sie durchführen zu lassen.
Wie läuft ein Ultraschall Schwangerschaft ab?
Im Normalfall wird der Ultraschall Schwangerschaft mit einem Schallkopf (Transducer) durchgeführt, der auf den Bauch gelegt wird. Ein kühles Gel wird aufgetragen, um die Bildqualität zu verbessern und die Übertragung der Schallwellen zu optimieren.
In den frühen Schwangerschaftswochen kann ein transvaginaler Ultraschall notwendig sein, bei dem eine schmale Sonde in die Scheide eingeführt wird. Dieses Verfahren liefert in der Frühschwangerschaft genauere Bilder und dient unter anderem dazu, eine Eileiterschwangerschaft auszuschließen. Die Untersuchung dauert in der Regel 10 bis 20 Minuten und ist schmerzfrei.
Welche Ultraschalluntersuchungen sind in der Schwangerschaft vorgesehen?
Die deutschen Mutterschaftsrichtlinien sehen drei Basis-Ultraschalluntersuchungen vor, die von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen werden. Kaum ein anderes Land bietet Schwangeren einen vergleichbar umfangreichen Leistungskatalog.
Erster Ultraschall Schwangerschaft: 9. bis 12. SSW
Der erste Ultraschall Schwangerschaft ist für viele werdende Eltern ein besonders emotionaler Moment. In der 9. bis 12. Schwangerschaftswoche dient er dazu, die Schwangerschaft zu bestätigen und den Herzschlag des Babys erstmals zu hören. Dabei prüft der Arzt, ob sich die befruchtete Eizelle korrekt in der Gebärmutter eingenistet hat und eine Eileiterschwangerschaft ausgeschlossen werden kann. Außerdem wird das Gestationsalter bestimmt, anhand dessen der voraussichtliche Geburtstermin berechnet wird. Bei dieser Untersuchung erfahren Sie auch, ob Sie Mehrlinge erwarten.
Optional kann zwischen der 11. und 14. SSW zusätzlich ein Ersttrimester-Screening (Nackentransparenzmessung) durchgeführt werden. In Kombination mit einem Bluttest dient es der Risikoeinschätzung für Chromosomenstörungen wie Trisomie 21. Diese Untersuchung ist keine Kassenleistung und muss selbst bezahlt werden.
Zweiter Ultraschall Schwangerschaft: 19. bis 22. SSW
Der zweite Ultraschall Schwangerschaft ist der umfangreichste und wird auch als Anatomiescan oder großer Organultraschall bezeichnet. Er findet zwischen der 19. und 22. Schwangerschaftswoche statt und dauert 20 bis 45 Minuten. Bei der zweiten Untersuchung können Schwangere zwischen einer Basis-Ultraschalluntersuchung und einer erweiterten Basis-Ultraschalluntersuchung wählen. Die erweiterte Variante erfordert eine besondere ärztliche Qualifikation und erlaubt eine genauere Beurteilung der fetalen Organe.
Der Arzt überprüft, ob sich Kopf, Gehirn, Wirbelsäule, Herz, Bauchorgane und Extremitäten des Babys normal entwickeln. Auch die Lage der Plazenta und die Fruchtwassermenge werden kontrolliert. Ab etwa der 20. SSW lässt sich in der Regel auch das Geschlecht des Babys erkennen — sofern Sie es erfahren möchten.
Dritter Ultraschall Schwangerschaft: 29. bis 32. SSW
Der dritte und letzte reguläre Ultraschall Schwangerschaft findet in der 29. bis 32. Schwangerschaftswoche statt. Er dient der Kontrolle von Wachstum und Lage des Kindes sowie der Überprüfung von Plazenta und Fruchtwassermenge. Die Ergebnisse helfen bei der Vorbereitung auf die Geburt — etwa, ob das Kind in Kopf- oder Steißlage liegt.
Wann sind zusätzliche Ultraschalluntersuchungen nötig?
Über die drei Basisuntersuchungen hinaus können zusätzliche Ultraschalluntersuchungen medizinisch notwendig sein. Gründe dafür sind unter anderem eine Risikoschwangerschaft (z. B. bei Frauen über 35 Jahren), auffällige Befunde bei einer früheren Untersuchung, Blutungen, vermindertes Fruchtwasser oder der Verdacht auf eine Wachstumsverzögerung. In diesen Fällen übernimmt die gesetzliche Krankenkasse die Kosten. Seit Januar 2021 ist Ultraschall zu rein kommerziellen Zwecken — das sogenannte „Baby-Fernsehen“ ohne medizinische Indikation — in Deutschland verboten, um unnötige Belastungen für den Fötus zu vermeiden.
Ist ein Ultraschall Schwangerschaft sicher?
Ja. Die Ultraschalluntersuchung gilt als sicheres Verfahren für Mutter und Kind. Im Gegensatz zu Röntgenaufnahmen werden keine ionisierenden Strahlen verwendet. Die DEGUM (Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin) bestätigt, dass bei diagnostischen Untersuchungen durch qualifizierte Ärzte keine Gesundheitsrisiken bestehen. Der Ultraschall Schwangerschaft ist daher die Standardmethode zur Überwachung der pränatalen Entwicklung.
FAQ: Häufige Fragen zum Ultraschall Schwangerschaft
Wie viele Ultraschalluntersuchungen zahlt die Krankenkasse?
Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt die Kosten für drei Basis-Ultraschalluntersuchungen in der Schwangerschaft — in der 9. bis 12., 19. bis 22. und 29. bis 32. SSW. Bei medizinischer Notwendigkeit werden auch zusätzliche Untersuchungen bezahlt.
Ab wann kann man das Geschlecht des Babys per Ultraschall erkennen?
Ab etwa der 20. Schwangerschaftswoche lässt sich das Geschlecht in der Regel per Ultraschall Schwangerschaft bestimmen. Voraussetzung ist, dass das Baby günstig liegt und der Arzt ein klares Bild der Genitalien erhält. Teilen Sie Ihrem Arzt rechtzeitig mit, ob Sie das Geschlecht erfahren möchten.
Ist ein Ultraschall in der Schwangerschaft schmerzhaft?
Nein. Der abdominale Ultraschall ist vollkommen schmerzfrei. Beim transvaginalen Ultraschall in der Frühschwangerschaft kann ein leichtes Druckgefühl auftreten, das Verfahren ist aber in der Regel nicht schmerzhaft.
Was passiert, wenn beim Ultraschall Auffälligkeiten festgestellt werden?
Bei auffälligen Befunden wird Ihr Arzt weiterführende Untersuchungen empfehlen, etwa eine Feindiagnostik (Organscreening) durch einen spezialisierten Pränatalmediziner. Diese Untersuchung ist bei medizinischer Indikation eine Kassenleistung. Sprechen Sie offen mit Ihrem Arzt über die nächsten Schritte und nutzen Sie bei Bedarf die kostenlose Schwangerschaftsberatung.
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