• Unterhalt vom Co-Papa?

    Geschrieben von Tim74 An 18 Februar 2018 bei 19:40

    da ja private Verträge nicht allgemein geltendes Recht verletzten können, stellt sich mir u.a. die Frage, ob die Co-Mütter hier in der Regel auch Unterhalt von den Co-Vätern bekommen/verlangen? aktive Rolle wird vom Co-Vater oft gewünscht aber zahlen muss er dann trotzdem… irgendwie komisch, denn als Co-Vater würde ich mir doch auch alles notwendige für ein Kind in meinem Haushalt zulegen wollen/müssen…

    ___deleted-user antwortete 5 Jahre, 11 Monate 3 Mitglieder · 5 Antworten
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  • ___deleted-user

    Mitglied
    10 März 2018 bei 13:37

    Ich verstehe das so, dass man als Co-Eltern auch zusammen lebt. Man hat gemeinsam Kinder, lebt zusammen, kümmert sich gemeinsam um die Kinder, aber man hat keine Beziehung und schläft in getrennten Zimmern. Ebenso führt man die Co-Elternschaft auch kaufmännisch wie eine richtige Familie, dazu gehört, dass sich beide im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu gerechten Anteilen am Haushalt und an den Kosten für die Kinder beteiligen. Also wenn einer von beiden doppelt so viel wie der andere verdient, dann trägt er doppelt so viel bei und umgekehrt.

    Berufstätigkeit von beiden ist für mich eine unabdingbare Voraussetzung, denn Co-Elternschaft heißt ja nicht, dass einer von beiden durchfüttern lässt.

    Wenn direkt Unterhalt gefordert wird, dann wäre ich sehr kritisch. Die Gefahr ist groß, dass die Frau gar kein Interesse an gemeinsamer Co-Elternschaft hat und dies nur vorgibt, einen Mann zu einer Samenspende zu bringen. Danach will sie das Kind für sich alleine haben, der Mann soll zwar dann den Unterhalt zahlen, sich aber mit einer möglichst selten wahrgenommenen "Onkelrolle" zufrieden geben.

    Vorsicht ist auch bei lesbischen Frauen angebracht, auch wenn nur nach einer Samenspende gefragt wird. Vor Gericht wurden Männer bereits zu Unterhaltszahlungen für Kinder aus Samenspenden verdonnert.

  • ___deleted-user

    Mitglied
    12 März 2018 bei 18:05

    Unterhalt hat hier definitiv nichts zu suchen. Ob co oder Spende.
    Gerade bei der Co Elternschaft gibt es sicher zig Varianten wie man es anstellen könnte. Woody hat eine ganz gut beschrieben.
    Es gibt allerdings einige die keinen gemeinsamen Haushalt anstreben, aber wie schon gesagt gibt viele Varianten, da müssen sich die beiden Menschen die es wollen einig werden.

    Ich persönlich finde eine beziehungsähnliche Partnerschaft am schönsten und sinnvollsten. Zusammen leben, zusammen einkaufen, Urlaub, geld teilen usw. Der Unterschied ist halt das es nicht die liebe der Partner ist die alles verbindet, sondern die Liebe zum Kind! Keine Frage das sich auch mehr ergeben kann, gerade dadurch das man soviel Teil, aber warum auch nicht?

    Getrennter Wohnraum, finde ich kritisch, gut ich wohne ja auch in Berlin, bzw allgemein große Ballungszentren. Die doppelte Kostenbelastung, die dort entsteht, kann man dann nicht zum Wohle des Kindes nutzen. Immerhin muss man auch sehen das Kinder kosten, was natürlich kein Hindernis ist, man kann’s halt eingrenzen ;-)

    Jede Medaille hat halt seine Kehrseite und jeder Mensch muss seinen Weg finden, dafür sind wir ja auch hier…

  • ___deleted-user

    Mitglied
    4 April 2018 bei 18:27

    ich finde eure beiden Beiträge wirklich interessant. Offensichtlich wird hier vielfach bei Co-Elternschaft auch von gemeinsamen/zusammen leben/wohnen ausgegangen – ich muss zugeben, dass mir das überhaupt nicht in den Sinn kommt bisher. Mich mit der Mutter auf alle Dinge bezüglich unseres gemeinsamen Kindes zu einigen wird eine Herausforderung für sich, aber wenn ich dann noch mit ihr zusammen wohne, wie soll ich denn da womöglich eine Partnerschaft mit jemand anders führen? nun ja; hier gibt es wohl kein richtig oder falsch – erlaubt ist, worauf man sich einigt…

  • hessen

    Mitglied
    21 Mai 2018 bei 07:45

    Wie die rechtliche Seite ist, kann ich nicht sagen. Ich denke aber, dass im Zweifelsfall Klauseln, die einen Unterhaltsansprüche „Grundsätzlich“ ausschließen, anfechtbar oder nichtig sind, beziehungsweise irgendwann für nichtig erklärt werden, da die Mutter „unangemessen“ benachteiligt wird. Ich bin juristischer Laie und das ist meine private Meinung. Beziehungsweise ich habe Erkenntnis aus dem Mietrecht, wo ich sehr gut auskenne, abgeleitet.

    Das war meiner Einschätzung von der rechtlichen Seite. Unabhängig davon finde ich es richtig und wichtig, dass ich der Vater an der Erziehung und Wertevermittlung des Kindes beteiligt. Wie sollen „ Mann“ Werte vermitteln, wenn man sich finanziell nicht beteiligt? Das hat etwas von einer Schmarotzermentalität. Der einzige Grund, sich nicht zu beteiligen, wäre der, wenn die Mutter ein so hohes Einkommen Querstrich Vermögen hätte, das es nicht ins Gewicht fallen würde, wenn der Mann seinen Unterhalt zahlt. Dann sollte der Mann die Frau aber anderseitig unterstützen.

  • ___deleted-user

    Mitglied
    25 Juni 2018 bei 15:47

    Unterhalt ist nicht gleich Unterhalt – es gibt den Anspruch auf Unterhalt für das Kind und den Anspruch eines (Ex-)Ehegatten.
    Lebt das Kind im Wechselmodell zur Hälfte bei Vater/Mutter sind beide gleichermaßen finanziell belastet, lebt das Kind vorwiegend bei einem der beiden Elternteile steht dem anderen Elternteil (als Vertreter des Kindes) anteilig der Kindesunterhalt zu. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man aufgrund eines privat-rechtlichen Vertrages darauf verzichten kann. Allerdings gibt es vermutlich eine (juristische) Lösung im Kontext der anonymen Samenspende über Samenbanken, die ja auch in Deutschland mittlerweile möglich ist.
    Ich bin ebenfalls kein Jurist. Das ist eine Zusammenfassung meiner Erfahrung aus dem beruflichen und privaten Kontext.

    Für mich heißt Co-Parenting nicht, dass man unbedingt zusammenleben muss. Was nützt es, sich den Alltag zu teilen, wenn genau da ständig Konflikte entstehen. Menschen sind verschieden und haben so unterschiedliche Bedürfnisse, dass man das jeweilige Familienkonstrukt individuell spinnen und an die jeweilige Situation und die Menschen anpassen muss – im Interesse und zum Wohl des Kindes. Darin liegt aus meiner Sicht auch der große Vorteil des Co-Parenting.

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