In Bezug auf Spenderkinder und deren eventuelle psychologische Reaktion auf die Entdeckung ihrer Herkunft haben Sie wahrscheinlich schon alles gehört. Es gibt viele Studien zu diesem Thema, die zu unterschiedlichen Schlussfolgerungen kommen, sowie eine Vielzahl von Wohltätigkeitsorganisationen, Politikern, religiösen Führern oder Soziologen, die unterschiedliche Meinungen und Positionen vertreten. Es scheint jedoch klar zu sein, dass bestimmte Einstellungen oder Entscheidungen beeinflussen können, wie diese Kinder auf die Tatsache reagieren, dass sie das Ergebnis einer Eizellen- oder Samenspende sind.

ein Spenderkind erfährt seine Herkunft

Was denken Spenderkinder darüber, das Ergebnis einer Spende zu sein?

Die Persönlichkeit spielt eine wesentliche Rolle darin, wie Spenderkinder auf diese Information reagieren. Ein weiterer wichtiger Faktor ist, wie die Eltern selbst daüber denken, ihre Familie mit einer Spende gegründet zu haben. Wenn sie glücklich über ihre Wahl sind und selbstbewusst damit umgehen, akzeptiert ihr Kind seine Herkunft eher. Zudem kann es ebenfalls von großer Bedeutung sein, wenn Sie dem Kind bereits in jungem Alter mitteilen, dass es ein Spenderkind ist.

Eltern, welche die Entscheidung treffen, diese Informationen von ihren Kindern oder ihrer Familie zu verbergen, weil sie sich beispielsweise ihrer Wahl nicht sicher sind oder vor der Reaktion der anderen Angst haben, können letztendlich mehr Probleme für ihr Kind verursachen. Einer Reihe von Studien zufolge scheint es schwieriger zu sein, die Information zu akzeptieren, wenn man spät (während der Pubertät oder im Erwachsenenalter) erfährt, dass man ein Spenderkind ist. Ein Grund dafür ist, dass diese Information zu einem allgemeinen Misstrauen zwischen dem Kind und seinen Eltern führen kann.

Wie sollte man Kindern erzählen, dass sie Spenderkinder sind?

Ein wichtiger Punkt ist, dass man den Kindern bereits davon erzählen sollte, wenn sie noch klein sind (siehe Punkt 5). Das frühe Teilen dieser Informationen ist für alle Beteiligten einfacher. Wenn man mit dem Wissen aufwächst, woher man kommt, hilft dies den Kindern, ihre Herkunft zu akzeptieren und ihre Identität aufzubauen. Außerdem kümmern sich kleine Kinder nicht um genetische Gemeinsamkeiten und Blutverbindungen. Wichtig ist, dass sie sich von ihren Eltern geliebt fühlen und in einer stabilen Umgebung aufwachsen. Es ist am besten, die Erklärungen einfach und dem Alter und der Persönlichkeit des Kindes entsprechend zu halten und sich im Voraus auf ihre Fragen einzustellen.

Jugendliche oder Erwachsene reagieren hingegen eher mit Schock auf diese neuen Informationen. Sie könnten mehr Schwierigkeiten haben, ihre Herkunft zu akzeptieren, und könnten sich sogar betrogen fühlen.
Außerdem ist es unbedingt ratsam, die Information mit Ihren engen Verwandten und Freunden zu teilen, obwohl Sie es natürlich nicht jedem sagen müssen, wenn Sie nicht wollen. Dies erleichtert Ihnen nicht nur die Unterstützung, sondern schafft auch eine Umgebung für Ihr Kind, die auf Vertrauen und Ehrlichkeit basiert.

Wie viel sollte ich über den Spender preisgeben?

Wenn Sie sich für einen bekannten Spender entscheiden oder sich dafür entschieden haben, hat Ihr Kind die Möglichkeit, seinen leiblichen Elternteil zu treffen oder sogar eine Beziehung zu ihm aufzubauen. Dies ist jedoch abhängig von der Vereinbarung, die Sie mit Ihrem Spender getroffen haben. Wenn Sie Ihr Baby über einen anonymen Spender, über eine Fruchtbarkeitsklinik oder eine Samenbankbekommen haben, hat Ihr Kind das Recht, ab dem 16. Lebensjahr auf nicht identifizierende Informationen über seinen Spender zuzugreifen. Die Kinder können identifizierende Informationen (Name, Alter, Adresse) beantragen, sobald sie 18 sind. Sie können auch herausfinden, ob sie Geschwister haben.

Wenn Sie vorhaben, ein Baby durch Samenspende zu bekommen,ist es wichtig, dass Sie sich die Zeit nehmen, um zu entscheiden, ob Sie lieber einen bekannten oder anonymen Spender nutzen wollen. Wenn Sie nach einem bekannten Spender suchen,müssen Sie auch darüber nachdenken, ob Sie möchten, dass Ihr Spender an der Erziehung Ihres Kindes beteiligt ist, und wenn ja, in welchem Umfang.

Wie reagieren Spenderkinder, die ohne Vater aufwachsen?

Laut einer Studie der Universität Cambridge haben Spenderkinder, die von alleinerziehenden Müttern aufgezogen werden, keine größeren psychologischen oder emotionalen Probleme als diejenigen Kinder, die im Rahmen einer traditionelleren Familie aufgewachsen sind.
Um zu diesem ergebnis zu gelangen, befragte Dr. Sophie Zadeh von der Universität Cambridge 51 alleinerziehende Mütter, die beschlossen haben, eine Samenspende zu nutzen, um ein Kind zu bekommen, sowie deren Kinder (alle im Alter von 4 bis 9 Jahren) und ihre Lehrer.

Das Team fand keine bedeutenden Unterschiede zwischen der Erziehung in Familien, die durch Samenspende gegründet wurden, und der Erziehung in traditionelleren Familien. Darüber hinaus kommt Dr. Zadeh zu dem Schluss, dass es nicht unbedingt zu mehr Depressionen sowie sozialen oder emotionalen Problemen führt, wenn man ohne Vater aufwächst.