Unfruchtbarkeit beim Mann: Kinderlos durch Sonnencreme und Zahnpasta?
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Zahnpasta, Duschgel und Sonnencreme: In Produkten des alltäglichen Gebrauchs lauern gefahren für die Fruchtbarkeit. Immer häufiger sind Männer von Fruchtbarkeitsstörungen betroffen, die auf Chemikalien in Sonnencremes, Zahnpasta und Kosmetikartikeln zurückgeführt werden können.

Die versteckte Gefahr: Alltagschemikalien gefährden Fruchtbarkeit

Unfruchtbarkeit

Ein Deutsch-Dänisches Forschungsteam konnte kürzlich nachweisen, dass Chemikalien in Alltagsartikeln die Fruchtbarkeit von Spermien negativ beeinflussen. Von 100 getesteten Chemikalien beeinflussten über 30 die Beweglichkeit der Spermien oder schädigten die Spermienstruktur. Durch ein neues Verfahren konnten die Forscher zuverlässig nachweisen, dass hormonell aktive Substanzen ein Grund für häufig auftretende Fruchtbarkeitsstörungen beim Mann sind.

Die schädlichen Substanzen sind in Sonnencremes, Kunststoffen, Zahnpasta und Kosmetikartikeln enthalten. Folgende Substanzen beeinträchtigen nachweislich die Fruchtbarkeit der Spermien:

  • 4-Methylbenzylidencampher (4-MBC) in Sonnencreme
  • Di-n-Butylphthalat (DnBP) in Kunststoff-Weichmacher und
  • das antibakteriell wirkende Triclosan in Zahnpasta, Duschcreme und anderen Kosmetikartikeln

Neben diesen Chemikalien gibt es jedoch noch viele weitere schädliche und potenziell schädliche Substanzen. Bereits kleine Mengen summieren sich mit anderen hormonell wirksamen Chemikalien und entfalten eine negative Wirkung auf die Fruchtbarkeit, wie die Forscher des Rigshospitals in Kopenhagen und Forscher des Caesar Forschungszentrums in Bonn nachweisen konnten.

Normalerweise werden Spermien von den weiblichen Hormonen zur Eizelle gesteuert. Die Alltagschemikalien können jedoch den Kalzium-Haushalt der Spermien verändern. Spermien mit einem gestörten Kalzium-Haushalt reagieren unempfindlicher auf die weiblichen Hormone und verlieren somit die Orientierung. Darüber hinaus kann die Spermienstruktur beschädigt werden. Verlieren beschädigte Spermien Enzyme, können diese die Eizelle nicht mehr durchdringen. Die Spermien finden den Weg zur Eizelle nicht oder können sie nicht durchdringen – die Fruchtbarkeit sinkt.

Bis zu 800 verschiedene Chemikalien sollen eine hormonelle Wirkung haben. Ob die Chemikalien eine auch schädliche Wirkung haben, konnte bisher nur an einer Handvoll von Stoffen nachgewiesen werden. Für normale Verbraucher ist es nahezu unmöglich, alle hormonell wirksamen Stoffe zu vermeiden. Nach den Forschungsergebnissen der Deutsch-Dänischen Forschungsgruppe will die EU-Kommission neue Richtlinien für Grenzwerte der hormonell aktiven Stoffe prüfen. Doch was können Du und Dein Partner in der Zwischenzeit tun, um die Fruchtbarkeit nicht weiter zu gefährden?

Die oben genannten Chemikalien sollten Du nach Möglichkeit vermeiden. Das antibakteriell wirkende Triclosan steht seit Längerem in Verdacht, Unfruchtbarkeit beim Mann hervorzurufen. In Pickelcremes, Duschcremes und anderen Kosmetikartikeln ist Triclosan zu finden. Vor der Sonne kannst Du Dich mit Sonnencremes ohne 4-Methylbenzylidencampher (4-MBC) schützen. Doch auch wenn es unmöglich ist, alle schädlichen Alltagschemikalien zu vermeiden, kannst Du die allgemeine Spermienqualität verbessern: Eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung, wenig Alkohol und regelmäßiger Sex verbessern die Spermienqualität und somit die Chancen auf eine baldige Schwangerschaft.