Wenn Sie darüber nachdenken, mittels Samenspende ein Kind zu bekommen, ist eine der ersten Fragen, die Sie sich stellen sollten, ob Sie sich für einen bekannten oder einen anonymen Samenspender entscheiden. Von einem anonymen Spender können Sie kein Engagement erwarten. Wenn Sie sich jedoch für einen bekannten Spender entscheiden, haben Sie die Möglichkeit, den Spender in das Aufwachsen Ihres Kindes miteinzubeziehen.

Während sich viele Menschen mit der Idee eines Spenders, mit dem sie nur sehr begrenzt Kontakt haben, eher anfreunden können, entscheiden sich andere wiederum für einen Samenspender, der bereit ist, eine aktivere Rolle im Leben des Kindes zu spielen. Andere suchen sogar nach einem Co-Elternteil, mit dem sie das Kind gemeinsam großziehen.

Wenn Sie nicht sicher sind, ob Sie einen bekannten oder einen unbekannten Spender wählen sollen oder ob Sie ihn in das Leben Ihres Kindes miteinbeziehen möchten oder nicht, bietet Ihnen dieser Artikel zahlreiche Infos zur Samenspende und zu per Samenspende empfangenen Kinder. Dadurch wird Ihnen die Entscheidung hoffentlich etwas leichter gemacht.

Samenspender mit seinem Kind

Anonyme oder nicht-anonyme Samenspende?

Bevor Sie Ihre Suche beginnen und Profile durchsuchen, nehmen Sie sich etwas Zeit, um über das Maß an Engagement, das Sie von Ihrem Spender erwarten, nachzudenken. Wenn Sie einen anonymen Spender wählen, ist das Ganze einfach: Ihr Spender wird nicht in das Aufwachsen Ihres Kindes miteinbezogen und gilt nicht als legaler Vater. Er hat dann auch keine Elternrechte und erfährt die Identität des Kindes nicht.

Es ist jedoch etwas anderes, einen privaten Spender auf einer Dating-Seite oder über soziale Medien zu finden als über eine Samenbank. Online gibt es alle möglichen Profile. Sie finden Spender, die Menschen einfach nur dabei helfen wollen, eine Familie zu gründen. Nichts weiter. Sie möchten nichts mit dem Leben des Kindes zu tun haben.

Alternativ finden sich auch Spender, die mehr tun wollen, als nur ihren Samen zu spenden. Einige hoffen einfach, das Kind von Zeit zu Zeit besuchen zu dürfen, während andere wiederum eine wichtigere, handfeste Rolle spielen möchten.

Brauchen Kinder ein männliches Vorbild, um sich gesund zu entwickeln?

Wenn Sie ein lesbisches Paar oder eine alleinstehende Frau sind und einen Spender in Betracht ziehen, damit das Kind ein männliches Vorbild hat, könnten die folgenden Studien interessant für Sie sein.

Laut einer vor kurzem im Medical Journal of Australia veröffentlichten Studie entwickeln sich Kinder, die von gleichgeschlechtlichen Paaren großgezogen wurden, gleich gut wie Kinder von gemischtgeschlechtlichen Eltern. Eine Studie aus dem Jahr 2014 geht sogar noch weiter und legt nahe, dass Kinder von gleichgeschlechtlichen Paaren sogar gesünder und glücklicher sind als ihre Altersgenossen.

Diese Studien berücksichtigen nicht, ob der Spender am Leben der Kinder beteiligt war oder nicht. Sie zeigen jedoch, dass Kinder nicht unbedingt sowohl Vater- als auch Mutterfigur benötigen, um gesund aufzuwachsen. Kindern, die von zwei Müttern oder zwei Väter aufgezogen wurden, geht es ebenso gut.

Was Alleinerziehende betrifft: Viele alleinstehende Mütter erziehen erfolgreich gesunde und glückliche Kinder. Sie sind genauso fähig, ihr Kind zu führen und zu erziehen, wie das Männer oder Paare sind. Außerdem nehmen ein Onkel, Freund oder Großvater oft eine männliche Rolle im Familienleben ein. Darüber hinaus leiden laut einer Studie der Cambridge University Kinder nicht daran, keinen Vater zu haben und es gibt keine signifikanten Unterschiede in der Erziehungsqualität zwischen alleinerziehenden Müttern und traditionellen Familieneinheiten.

Wie viel soll Ihr Kind über seine Herkunft wissen?

Obwohl sie ihre Eltern sehr lieben, wollen viele Kinder, die mittels Samenspende empfangen wurden, mehr über ihre Herkunft wissen und etwas über ihren biologischen Vater herausfinden. Wenn Sie in den USA einen offenen Spender in einer Samenbank wählen, kann das Kind, sobald es 18 Jahre alt ist, die Identität des Spenders erfahren und hat dann die Möglichkeit, diesen zu kontaktieren und eventuell sogar zu treffen.

Manchmal entscheiden sich alleinstehende Frauen und sogar lesbische Paare für einen bekannten Spender, der bereit ist, in das Aufwachsen des Kindes eingebunden zu sein, damit das Kind mit einem männlichen Vorbild aufwachsen kann. Ein anderes Hauptargument ist, dem Kind zu ermöglichen, etwas über seine Herkunft und seinen biologischen Vater zu erfahren und so die eigene Identität zu prägen.

Wenn Sie nach der Geburt den Kontakt zu Ihrem bekannten Spender aufrechterhalten möchten, sollten Sie auch über das Maß an Engagement, das Sie von ihm erwarten, nachdenken. Er könnte sich regelmäßig mit Ihrem Kind treffen, während Sie das volle Sorgerecht haben. Das kann alle paar Jahre, zu jedem Geburtstag oder sogar alle zwei bis drei Monate sein. Sie können warten, bis Ihre Kind etwas älter ist, ehe Sie es seinem Samenspender vorstellen, können aber auch schon damit beginnen, wenn das Kind noch klein ist. Das liegt ganz an Ihnen.

Co-Elternschaft mit Ihrem Samenspender

Das Engagement des Samenspenders kann aber sogar noch weiter reichen. Sie können auch eine Co-Elternschaft mit ihm eingehen und sich so die elterlichen Rechte und Pflichten sowie das Sorgerecht für das Kind teilen. Wenn Sie sich dafür entscheiden, den Namen des Samenspenders auf der Geburtsurkunde anführen zu lassen, sollten Sie beachten, dass in den meisten Staaten der USA nur zwei legale Elternteile erlaubt sind, mit Ausnahme von Kalifornien, Washington D.C., Louisiana und einigen anderen Staaten. Eine Möglichkeit ist, in Ihrem Bekanntenkreis nach einem Samenspender zu suchen, der bereit ist, Ihr Co-Elternteil zu sein, zum Beispiel ein Freund. Sie können auch online auf einer Dating-Seite oder in sozialen Medien suchen.

Es ist eine sehr persönliche Entscheidung, ob Sie den Samenspender in die Erziehung Ihres Kindes einbringen, und niemand außer Ihnen selbst kann entscheiden, was für Sie und Ihr zukünftiges Kind das Beste ist. Auch wenn Sie sicher sind, Ihre Entscheidung bereits getroffen zu haben, kann es sich immer lohnen, auch über die anderen Optionen nachzudenken, bevor Sie Ihre endgültige Entscheidung treffen.