So erhält man eine gute Beziehung zum Co-Elternteil seiner Kinder aufrecht
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Wenn Sie aus eigener Entscheidung Co-Eltern sind, haben Sie vermutlich viel Zeit darauf verwendet, eine vertrauenswürdige und gleichgesinnte Person zu finden, mit der Sie Ihr Kind aufziehen. Vielleicht sind Sie im Laufe der Jahre sogar enge Freunde geworden. Wenn Sie aufgrund einer Scheidung oder Trennung zum Co-Elternteil wurden, sieht die Situation etwas anders aus. Es ist nicht unüblich, dass Expartner negative Gefühle füreinander haben.

Egal ob Sie mit Ihrem Co-Elternteil befreundet sind oder nicht: Eine gute Beziehung aufrecht zu erhalten kann eine Herausforderung sein. Ein stressiger Job, ein turbulentes Leben, persönliche Probleme, Probleme mit der Familie oder zeitweilige Müdigkeit – es gibt viele Gründe, warum eine gute Beziehung in Bitterkeit, Streit oder dem Gefühl, sich langsam voneinander zu entfernen, endet.

Glücklicherweise gibt es Dinge, die Sie tun können, um eine gute Beziehung zu Ihrem Co-Elternteil aufrecht zu erhalten. Das ist wichtig für Sie, Ihr Co-Elternteil, Ihren Partner (wenn Sie einen haben) und natürlich Ihr Kind. Dann eines ist klar: Das Wohlbefinden Ihres Kindes hat oberste Priorität. Es muss sehen, dass seine Eltern gut miteinander auskommen, um sich sicher und glücklich zu fühlen.

Kommunikation ist der Schlüssel

Wir können es nicht oft genug sagen: Effektive Kommunikation ist der Schlüssel zu einer erfolgreichen Beziehung. Wenn Sie nicht unter dem gleichen Dach leben und das Sorgerecht für Ihr Kind teilen, ist es wichtig, dass Sie regelmäßig Informationen über das Kind mit dem anderen Elternteil austauschen. Dadurch fühlen Sie sich voll in das Alltagsleben Ihres Kindes integriert, auch wenn Sie gerade nicht als Elternteil an der Reihe sind.

Beschränken Sie die Themen jedoch nicht nur auf das Leben Ihres Kindes. Sprechen Sie auch über sich selbst und über alles, was Sie interessiert. Dadurch stärken Sie die Bindung zwischen Ihnen und dem Co-Elternteil und erhalten diese aufrecht. Wenn Sie mit dem Co-Elternteil auch befreundet sind, stellen Sie sicher, dass Sie regelmäßig Zeit miteinander verbringen – und nicht nur vor der Haustür des jeweils anderen.

Reden statt streiten

Es wird Zeiten geben, wo Sie sich über Dinge wie z.B. Disziplin oder Übernachtungen uneinig sind. Alle Eltern sind ab und zu anderer Meinung. Das ist in Ordnung und völlig normal. Es kommt darauf an, wie Sie mit diesen Meinungsverschiedenheiten umgehen. Bevor Sie nun einen Streit mit Ihrem Co-Elternteil anfangen, da dieser (Ihrer Ansicht nach) etwas falsch gemacht hat, diskutieren Sie das Problem in Ruhe. Versuchen Sie zu verstehen, warum der Andere so gehandelt hat, und drücken Sie Ihren Standpunkt aus. Sie müssen nicht laut werden. Streiten Sie vor allem nicht vor Ihrem Kind!

Finden Sie eine Übereinkunft in Bezug auf Regeln

Jedes Elternteil hat seine eigene Vorstellung davon, was gute Erziehung ausmacht und was nicht. So haben auch Sie und Ihr Co-Elternteil vermutlich eigene Vorstellungen, wie Ihr Kind aufwachsen soll. Wenn Sie sich das Sorgerecht für Ihr Kind teilen, ist es jedoch vorteilhaft, wenn Sie eine Übereinkunft zu den Regeln in den beiden „Zuhause“ des Kindes treffen. So schaffen Sie nicht nur ein stabiles Umfeld für das Kind, sondern verringern auch die Wahrscheinlichkeit von zukünftigen Unstimmigkeiten.
Setzen Sie sich also mit Ihrem Co-Elternteil zusammen und diskutieren Sie die Regel zu Ernährung, Disziplin, Belohnung, Schlafenszeit, Essenszeit, Übernachtungen während der Schulwoche sowie die Zeit, die das Kind vor dem Bildschirm verbringen darf.

Halten Sie die schriftliche Co-Eltern-Vereinbarung ein

Sie können Groll oder Ärger gegenüber Ihrem Co-Elternteil einfach vermeiden, indem Sie sich an Ihre Co-Eltern-Vereinbarung halten. Die Co-Eltern-Vereinbarung wird idealerweise bereits vor der Empfängnis oder zumindest vor der Geburt des Kindes (wenn Sie freiwillig Co-Eltern sind und nicht durch eine Trennung) aufgesetzt und hält Ihre Ziele und Wünsche über die Erziehung des Kindes schriftlich fest. Die Klauseln dieses Dokuments sollten Themen wie Besuchspläne, den Hauptverantwortlichen sowie Entscheidungen zu Ausbildung und Spiritualität behandeln.

Schreiben Sie Termine auf

Eine gute Organisation ist essentiell für den inneren Frieden. Wenn Termine im Voraus festgelegt werden, können Sie so Missverständnisse bezüglich anstehender Veranstaltungen, Geburtstage oder Besuchszeiten vermeiden. Wenn Sie alles aufschreiben, hilft das nicht nur dem Gedächtnis auf die Sprünge. Dadurch lässt sich auch leicht feststellen, wer Recht oder Unrecht hatte, wodurch Unehrlichkeit und Spannungen minimiert werden können.

Versuchen Sie, die Dinge aus der Perspektive des Anderen zu sehen.

Wenn Sie die Reaktion oder das Verhalten Ihres Co-Elternteils nicht verstehen, versuchen Sie, die Dinge aus der anderen Perspektive zu sehen. Er oder sie hat nicht grundlos so gehandelt oder etwas gesagt. Es kann an einer schwierigen Phase in der Arbeit, an einem Streit mit dem Partner oder einfach an Müdigkeit liegen. Versuchen Sie, sie zu verstehen. Indem Sie sich in die andere Lage versetzen, können Sie eine bessere Beziehung zum Co-Elternteil genießen.

Seien Sie flexibel

Ihr Co-Elternteil lässt das Kind nach 20 Uhr Limonade trinken, obwohl bekannt ist, dass Sie dagegen sind. Oder das Kind darf bis 22 Uhr am Computer spielen, obwohl während der Schulzeit um 21 Uhr Schlafenszeit ist. Manchmal ist es einfach besser, Dinge bleiben zu lassen. Schließlich will auch Ihr Co-Elternteil nur das Beste für Ihr Kind. Bevor Sie wütend werden, fragen Sie sich, ob die Sache einen Streit mit dem Co-Elternteil wert ist oder nicht.

Wenn Sie jedoch feststellen, dass das Co-Elternteil Ihre ursprüngliche Vereinbarung regelmäßig ignoriert und zum Beispiel Ihr Kind täglich Limonade trinken lässt, wäre ein höfliches Gespräch eventuell angebracht.

Bringen Sie die Familie zusammen

Egal ob Weihnachten, Silvester, Feiertag oder Wochenende: Bringen Sie regelmäßig die Familie zusammen, also die Co-Eltern, Ihr Kind, die jeweiligen Partner und eventuell deren Kinder. Ihr Kind freut sich, wertvolle Zeit mit seinen zwei (oder mehr) Elternteilen zu verbringen.

Wenn Sie in letzter Zeit nicht viel Zeit hatten, miteinander zu reden, ist ein Familientreffen eine tolle Gelegenheit, um sich wieder einmal mit Ihrem Co-Elternteil zu treffen und Neuigkeiten auszutauschen.

Seien Sie bereit, sich gegenseitig zu helfen

Ein letzter Rat: Sie können eine gute Beziehung mit Ihrem Co-Elternteil aufbauen, wenn Sie sich gegenseitig helfen. Sie können z.B. zustimmen, gegenseitig auf die Kinder aufzupassen oder sich um die Kinder zu kümmern, wenn der jeweils Andere einen Termin oder ein Date hat. Dadurch sparen Sie Geld und freuen sich, wenn der Gefallen erwidert wird.