Sexuelle Harmonie auch während einer IVF-Behandlung
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Wenn sich Paare zur Verwirklichung ihres Babywunsches einer Fruchtbarkeitsbehandlung unterziehen, kann sich der Sex statt lustvoll bisweilen eher wie mechanisch anfühlen. In dieser Situation ist es für Paare schwierig, ein gesundes Sexualleben aufrechtzuerhalten. Der Geschlechtsverkehr fühlt sich wie vorbereitet an, und je nach Fruchtbarkeitsbehandlung kann es sogar sein, dass das jeweilige Paar laut Ärzten zu einem bestimmten Zeitpunkt des Zyklus Sex haben soll, um die Chancen auf eine Schwangerschaft zu erhöhen.

Diese strikten Planungen und Regeln können das Liebesleben eines Pärchens negativ beeinflussen. Außerdem entwickelt sich der Sex von einer Quelle der Lust schnell zu einem Mittel zum Zweck, wenn die angestrebte Schwangerschaft zur Obsession wird. Sinnlichkeit, Spontanität und sexuelles Verlangen können schnell vergessen oder als weniger wichtig angesehen werden.

Manchmal können sich die Versuche, schwanger zu werden, über mehrere Jahre hinziehen. Dies wirft folgende Frage auf: wie kann die sexuelle Harmonie eines Paares während dieser Zeit erhalten bleiben?

Warum wird das sexuelle Verlangen während einer Fruchtbarkeitsbehandlung schwächer?

Der Mangel an Sexualtrieb ist während Fruchtbarkeitsbehandlungen – und besonders während der IVF-Behandlung – relativ häufig. Betroffen sind sowohl heterosexuelle als auch homosexuelle Paare. Allerdings ist nicht jeder von diesem Problem betroffen. Tatsächlich gibt es viele Paare, deren Sexualtrieb sich in keiner Weise verändert.

Nichtsdestotrotz können sich die zahlreichen erfolglosen Versuche, die sich über zwei, drei, vier oder mehrere Jahre erstrecken können, negativ auf die Moral auswirken. Das sexuelle Verlangen wird von diesen negativen Gefühlen direkt beeinflusst.

Bei vielen Paaren kann die Tatsache, dass sie kein Kind bekommen können, neben der Notwendigkeit, sich auf den Erfolg einer Fruchtbarkeitsbehandlung verlassen zu müssen, zu Scham und Traurigkeit führen. Unfruchtbarkeit lässt sich oft nur schwer akzeptieren. Gefühle der Hilflosigkeit, Depressionen und sonstige Empfindung wie Stress können auftreten. Darüber hinaus neigen Frauen manchmal dazu, sich in ihrem Körper unwohl zu fühlen. Während der IVF-Behandlung ist eine Gewichtszunahme keine Seltenheit. Männer können das Gefühl haben, nicht männlich genug zu sein – unabhängig davon, ob eine Samenspende erforderlich ist oder nicht.

Die in hohen Dosen verabreichten Hormone sollen die Produktion der Eizellen anregen, können jedoch auch die Stimmung der Frau beeinträchtigen und Schmerzen, Müdigkeit sowie sonstige Beschwerden verursachen. Die zahlreichen Arzttermine sowie das erneute Erleben der Ultraschalluntersuchung, die in früherer Zeit bereits durchgeführt worden war, können die Libido ebenfalls vermindern und traumatisierend wirken.

Außerdem setzen – wie weiter oben erwähnt – einige Fruchtbarkeitsbehandlungen den Geschlechtsverkehr zu geplanten und vorher festgelegten, bestimmten Zeiten des Zyklus voraus, um so die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft in Abhängigkeit des Eisprungs zu erhöhen. Dieses strikte Vorgehen führt zu weniger Spontanität, was wiederum den Sexualtrieb beeinträchtigen kann.

Wenn ein Paar über längere Zeit erfolglos versucht, ein Kind zu bekommen, fühlt sich der Sex strikt, erzwungen und mechanisch an. Sex macht keinen Spaß mehr und verliert jede Spontanität, stattdessen wird er ein Mittel zum Zweck und fühlt sich wie Arbeit an.

Wie kann Sex wieder Spaß machen?

Zum Glück gibt es Möglichkeiten, diesen Mangel an sexueller Lust auszugleichen. Die Erkenntnis, dass diese Reaktionen während einer Fruchtbarkeitsbehandlung und angestrebten Schwangerschaft vollkommen normal sind, ist der erste Schritt.

Sexualtherapie und Gespräche können Paaren dabei helfen, mit ihrem Mangel an Interesse und Verlangen umzugehen. Der Rat eines Spezialisten ist viel wert, wenn es darum geht, während einer künstlichen Befruchtung oder sonstigen Fruchtbarkeitsbehandlung die sexuelle Harmonie neu zu entdecken.

Wenn Betroffene versuchen, die angestrebte Schwangerschaft vorübergehend zu vergessen, um sich stattdessen wieder auf die Freude am Sex zu konzentrieren, werden sie sich sowohl körperlich als auch geistig wieder besser fühlen. Tatsächlich kann Stress die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft verringern. Wenn Frauen lernen, sich zu entspannen, kann dies eine Empfängnis begünstigen, was wiederum deren sexuelle Lust neu entfachen kann – eine verminderte Libido gehört dann der Vergangenheit an.