Parallelschwangerschaft: Ist das Couvade-Syndrom echt?
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Kommen wir zum Thema: Ja, das Couvade-Syndrome (auch als Parallelschwangerschaft bekannt), bei dem ein Mann wie seine Partnerin Schwangerschaftssymptome entwickelt, ist real. Und ja, manche werdende Väter  leiden tatsächlich unter Übelkeit, Heißhunger und Stimmungsschwankungen, also den üblichen Schwangerschaftssymptomen – genau wie Schwangere.
Na und? Bedeutet das, dass sie einen Teil der Aufmerksamkeit wollen? Oder ist es eine unbewusste Art, die Partnerin zu unterstützen? Nun, das könnte sicherlich auch eine Rolle spielen, allerdings ist das Ganze etwas komplizierter als das.

Welche Symptome können werdende Väter haben?

Im Großteil der Fälle tritt das Couvade-Syndrom im ersten Schwangerschaftsdrittel und/oder in den letzten Wochen vor der Geburt auf. Es verschwindet in der Regel nach der Geburt des Babys.
Werdende Väter können psychische und körperliche Probleme (oder beides) haben, die Schwangerschaftssymptomen ähnlich sind. Dazu zählen Übelkeit, Erbrechen, Beinkrämpfe, Bauch- und Rückenschmerzen, Appetitveränderungen, Schwellungen, Müdigkeit und in manchen Fällen sogar hormonelle Veränderungen. Männer können auch unter psychischen Symptomen wie Angst, Stress, Stimmungsschwankungen, Heißhunger oder einer verminderten Libido leiden.
Die Symptome unterscheiden sich von Mann zu Mann. Manche Männer durchleben nur einige der oben genannten Symptome, während sich bei anderen das Syndrom in einer schwerwiegenderen und sichtbaren Form manifestiert.

Warum erleben manche Männer eine Parallelschwangerschaft?

Obwohl in mehreren Studien versucht wurde, das Phänomen besser zu verstehen, sind die Ursprünge des Couvade-Syndroms noch immer nicht restlos geklärt. Es scheint jedoch, dass Stress und Mitgefühl eine Rolle spielen. Tatsächlich ändern sich unter Stress die Hormonspiegel im Körper. Bei Männern, die unter großem Stress stehen, kann daher der Testosteronspiegel sinken und so der Östrogenspiegel ansteigen. Manche Männer weisen auch einen hohen Prolaktinspiegel auf, jenes Hormon, das bei Frauen die Muttermilchbildung anregt. Und tada: Es treten schwangerschaftsähnliche Symptome auf!
Es ist auch schwierig festzustellen, wie viele Männer solche Schwangerschaftssymptome entwickeln, da diese bei vielen nur schwach ausgeprägt und kaum sichtbar sind. Hinzu kommt, dass viele Männer nicht gerne darüber sprechen, was sie gerade durchmachen.

Gibt es eine Behandlung für das Couvade-Syndrom?

Zunächst einmal müssen wir feststellen, dass das Couvade-Syndrom nicht von Dauer und keine ernsthafte Gefährdung ist. Obwohl sie nicht ungewöhnlich ist, gibt es keine Arznei, die Parallelschwangerschaft direkt behandelt. Diese gilt nicht einmal als medizinisches Problem. Aber keine Sorge, es gibt dennoch Lösungen.
Da das Couvade-Syndrom oft aufgrund von Angst oder Stress in Bezug auf die neue Elternrolle entsteht, hilft es Männern oft, dieses Problem zu bewältigen, indem sie ihren Stress reduzieren und sich auf ihre neue Vaterrolle vorbereiten.
Ein Kind zu bekommen  ist – besonders wenn es das erste Kind ist – bekanntermaßen recht stressig. Das Wichtigste ist daher, regelmäßig mit Ihrem Partner über die Schwangerschaft, das Baby und Ihre zukünftige Rolle als Eltern zu sprechen. Das gilt für jeden, egal ob man am Couvade-Syndrom leidet oder nicht. Es ist wichtig, seine Gefühle – seien es Sorgen, Ängste oder etwas ganz anderes – regelmäßig auszudrücken. Auch das Gespräch mit anderen männlichen Freunden oder Familienmitgliedern kann helfen.
Besonders wichtig für zukünftige Väter ist es, während der Schwangerschaft voll eingebunden zu sein und das Gefühl zu haben, involviert zu sein. An Untersuchungsterminen teilnehmen, Bücher und Blogs über Schwangerschaft und Babys lesen, Babysachen kaufen, das Kinderzimmer dekorieren, an Geburtskursen teilnehmen: Alles, was den Papa miteinbezieht, hilft ihm, sich etwas weniger Sorgen zu machen. Zusätzlich ist dies auch eine gute Möglichkeit für Männer, ihre Partnerin während der Schwangerschaft zu unterstützen!
Haben Sie eine Parallelschwangerschaft erlebt oder kennen jemanden, der dies durchlebt hat? Teilen Sie Ihre Erfahrungen!