Einseitiger Kinderwunsch: Ich will Kinder, Du nicht
Bewerte diese Nachricht

Er will Kinder, sie nicht. Sie will Kinder, er hat schon welche. Die Gründe für und gegen Kinder sind vielfältig. Doch was tun, wenn sich die Partner nicht einigen können? Der einseitige Kinderwunsch ist ein großer Streitpunkt, der eine anderenfalls harmonische Beziehung ins Wanken bringen kann.

Gründe gegen Kinder: Ich möchte keine Kinder!

„Ich möchte keine Kinder!“ – diese Aussage vom eigenen Partner hören zu müssen, wenn der Wunsch nach einer eigenen Familie groß ist, kann die Beziehung hart treffen. Unter einer abweichenden Lebensplanung der Partner kann die Beziehung erheblich leiden und nicht selten zu Bruch gehen. Die Gründe gegen Kinder können vielfältig sein.

Kinderwunsch

Männer zögern häufiger als Frauen. Laut einer Umfrage der Robert Bosch Stiftung von 2006 möchte einer von vier Männern kinderlos bleiben. Bei den Frauen entscheidet sich nur jede Siebte bewusst gegen Kinder. Das mag daran liegen, dass die biologische Uhr bei Frauen lauter tickt als bei Männern. Männer können die Kinderfrage mit einem „vielleicht“ in die Zukunft verschieben.

Die Gründe gegen die Familienplanung sind in vielen Fällen auf äußere Umstände zurückzuführen. Der Partner fühlt sich zu jung oder zu alt, hat bereits Kinder aus einer früheren Beziehung oder möchte seine Unabhängigkeit wahren. Auch finanzielle Bedenken, Trennungsängste oder schlechte Erfahrungen in der eigenen Familie und Kindheit können den Kinderwunsch hemmen. Zu groß ist die Angst als Vater oder Mutter zu versagen. Zu klein ist das Einkommen der Partner ohnehin.

Jetzt mal Klartext: Kompromiss beim Kinderwunsch?

Kompromisse sind beim Kinderwunsch und anderen elementaren Bedürfnissen schwierig. In dieser Situation ist es wichtig, dass Paare offen miteinander sprechen. Ein „vielleicht in der Zukunft“ lässt einen Partner unnötig hoffen – im schlimmsten Fall, bis die biologische Uhr abgelaufen ist. Aus einer klaren Entscheidung für oder gegen Kinder können die Partner eher zu einer Lösung gelangen – auch wenn diese in vielen Fällen die Trennung bedeutet.

Entscheidet sich das Paar trotz anfänglichen Zögerns für ein Kind, sollten unrealistische Erwartungshaltungen analysiert und ausgeräumt werden. Perfektion ist nicht nötig. Ein hohes Einkommen ist ebenfalls nebensächlich. Liebe ist für die wachsende Familie der wichtigste Bestandteil. Fällt die Entscheidung für ein Kind, ist Misstrauen fehl am Platz. Auch eine zögerliche Entscheidung kann zu einer großen Überzeugung heranwachsen. Entscheidet sich das Paar gegen Kinder, müssen beide Partner die Verantwortung für diese Entscheidung übernehmen. Vorwürfe zerstören die Beziehung.

Ist das Paar unsicher, können Freunde und Bekannte mit Kindern befragt werden. Welche positiven Veränderungen bringt ein Kind mit sich? Welche Belastungen können auf die Eltern zukommen? Ängste können mit einer guten Vorbereitung aus dem Weg geräumt werden. Hindern Kindheitstraumata den Kinderwunsch, ist dies eine gute Gelegenheit alte Familienverstrickungen mit einem Therapeuten aufzuarbeiten. Ist sich das Paar weiterhin uneinig, kann eine Paarberatung neue Lösungswege aufzeigen.