Babyblues: Was tun, wenn man betroffen ist?
5 (100%) 1 vote

Sie haben gerade Ihr wunderschönes Baby zur Welt gebracht – doch anstatt so aufgeregt wie erwartet zu sein, weinen Sie, sind reizbar und traurig. Dazu kommen Müdigkeit, Angst, Ärger und Stimmungsschwankungen – und schon ist es soweit: Sie haben den Babyblues.

Leider behalten die meisten Mütter diese Gefühle für sich. Daher könnte der Eindruck entstehen, dass keine Ihrer Freundinnen, die Kinder haben, das erlebt hat, was Sie gerade durchmachen. Das verstärkt das Gefühl der Schuld und Isolation noch weiter. Sie sind jedoch nicht allein. Diese Form der postnatalen Depression ist weit verbreitet und betrifft einen Großteil der Mütter, besonders unter den Müttern, die ihr erstes Kind zur Welt gebracht haben.

Aber keine Sorge: Hier finden Sie Tipps, wie Sie mit dem Babyblues umgehen.

Warum bekommen Frauen den Babyblues?

Obwohl die Ursachen für den Babyblues noch immer nicht genau erforscht sind, gibt es mehrere Erklärungen. Die hormonelle Verschiebung während der Schwangerschaft und dann nochmals nach der Geburt könnte Stimmungsschwankungen und Depressionen begünstigen. Tatsächlich sinkt der Östrogen- und Progesteronlevel nach der Geburt drastisch ab.

Auch die Müdigkeit nach der Geburt, der gestörte Schlaf, der neue Lebensablauf, die Bedürfnisse des Babys, Schwierigkeiten beim Stillen sowie das Gefühl, dass das Leben nie wieder dasselbe sein wird, haben Einfluss auf die Stimmung.

Dazu kommen ein Gefühl der Schuld oder der Druck, sich seinem Baby sofort verbunden zu fühlen. Eventuell besteht auch die Angst, dass die Beziehung mit dem Partner nach der Geburt nicht mehr so sein wird wie früher. Vielleicht fühlen Sie sich auch mit Ihrem Aussehen nicht zufrieden.

Glücklicherweise sollten diese negativen Gefühle an Intensität verlieren und innerhalb von zwei Wochen nach der Geburt ganz verschwinden. Zu diesem Zeitpunkt haben Sie sich allmählich an Ihre neue Routine gewöhnt und endlich etwas Ruhe gefunden.

Was sind die Symptome des Babyblues?

Der Babyblues kommt häufiger vor, als wir denken, und betrifft etwa 70 bis 80 % der Frauen nach der Geburt ihres Kindes. Im Allgemeinen treten die Symptome 4 bis 5 Tage nach der Geburt auf. Manche Frauen spüren die Stimmungsschwankungen auch schon etwas früher.

Wenn der Babyblues auftritt, sind junge Mütter von unerwartetem Weinen, Angst, Frustration, Unruhe, Traurigkeit, Einsamkeit, Stimmungsschwankungen, Ängstlichkeit, Schlafstörungen sowie allgemeiner Müdigkeit betroffen.

Bei manchen Personen treten diese Symptome nur einige Minuten pro Tag auf, während andere wiederum diese mehrere Stunden lang ertragen müssen.

Wie geht man mit dem Babyblues um?

Der beste Weg, mit dem Babyblues umzugehen, ist mit jemandem über seine negativen Gefühle zu sprechen, egal ob mit dem Partner, dem Co-Elternteil oder der Schwester. Viele Frauen behalten ihre Gefühle für sich, wodurch das Gefühl der Isolation nur noch verstärkt wird. Familie, Freunde oder Ihre Geburtsbegleiterin können sich um Sie kümmern und Ihnen dabei helfen, sich zu erholen. Wenn Ihnen jemand Hilfe anbietet – sei es beim Kochen, Bügeln oder Aufräumen – sagen Sie Ja. Das ist wichtig, damit Sie diese schwierige Zeit nicht alleine durchmachen.

Es kann auch helfen, auf die Ernährung zu achten. Was Sie essen, kann sich auf Ihre Stimmung auswirken. Versuchen Sie daher, sich gesund und ausgewogen zu ernähren. Keine Sorge: Sie dürfen sich natürlich auch etwas verwöhnen, und ja, ein bisschen Schokolade oder Kuchen sind in Ordnung, solange es nicht zu häufig vorkommt!

Eine andere Möglichkeit, sich besser zu fühlen, ist, die Windeln Windeln sein zu lassen und nach draußen zu gehen. Es kann einen riesigen Unterschied machen, eine Weile von zu Hause weg zu sein. Gehen Sie mit Ihrem Baby spazieren oder besuchen Sie Freunde – die Entscheidung liegt bei Ihnen, aber versuchen Sie, zumindest einmal pro Tag raus zu gehen. Frische Luft und eine neue Umgebung können Ihre Stimmung wunderbar aufhellen.

Und gönnen Sie sich etwas! Immerhin haben Sie einem kleinen Menschen das Leben geschenkt! Verwöhnen Sie sich mit etwas, das Sie sich gut fühlen lässt: Ein nettes Abendessen mit Ihrem Partner, komplett mit Kerzen und allem Drum und Dran (in einem Restaurant oder daheim), eine neue Handtasche (im Internet oder im Laden gekauft), eine Massage (von Ihrem Partner oder einem Profi) oder auch nur eine lange, heiße Dusche.

Üben Sie einfach nicht zu viel Druck auf sich selbst aus. Denken Sie daran, dass es in Ordnung ist, wenn die Dinge nicht perfekt sind. Es gibt weder die perfekten Eltern noch das perfekte Baby. Sie brauchen etwas Zeit, um sich von der Geburt zu erholen, sowie Zeit, um in Ihre neue Rolle als Mutter zu schlüpfen und sich an ihre neuen Aufgaben wie das Stillen anzupassen.

Sie fühlen sich seit mehr als zwei Wochen deprimiert? Das könnte etwas Schwerwiegenderes als der Babyblues sein: Sprechen Sie mit Ihrem Arzt!